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allesun[d]ordnung

Vernissage am 22. Januar 2020 um 19 Uhr Ausstellung vom 23. Januar - 02. Februar 2020

Foto: Lucas Wahl, Julius Schrank

 

Entgegen den üblichen Öffnungszeiten ist diese Ausstellung während der gesamten Laufzeit täglich von 12 bis 18 Uhr geöffnet!

 

Ausstellung der Bachelor-Absolvent*innen 2020|1 des Studiengangs Fotojournalismus & Dokumentarfotografie der Hochschule Hannover

 

Regeln, Ordnungen und Systeme sind die Grundlage jeder Gesellschaft. Aber wie genau sehen diese Ordnungen aus, wie erschließt man sie und wie entflieht man ihnen? Wen fangen sie auf und wer fällt durch’s Raster? Und was, wenn genau diese etablierten Systeme, die Lösungen bieten sollen, ein Problem sind? Neun Student*innen des Studiengangs Fotojournalismus und Dokumentarfotografie nehmen in ihren Abschlussarbeiten die [Un]Ordnung der Welt in den Fokus.

 

Nach einem Schlaganfall mit Gehirnblutung, wird Oleg (46 Jahre) von seinen in Deutschland lebenden Halbschwestern in Russland gepflegt. In der Arbeit Alles wird gut, Oleg begleitet Fabian Fiechter die Geschwister und gibt einen intimen Einblick in die Herausforderung der Pflege von Angehörigen in einem Land mit ausgeprägt mangelndem Versorgungssystem.

Anett Findeklee geht in ihrer Arbeit Alle an einen Tisch der Frage nach, wie Integration funktionieren kann und berichtet über die Anstrengungen von aus Afghanistan, Syrien und der Elfenbeinküste geflüchteten Menschen, sich in Deutschland ein neues Leben aufzubauen.

In seinem Abschlussprojekt Die Ordnung der Dinge setzt sich Volker Crone mit dem Drang des Menschen auseinander, die Welt und alles in ihr verstehen zu wollen. Im Fokus dieser Arbeit stehen aktuelle erkenntnisorientierte Wissenschaftsdisziplinen, von denen der Fotograf einige besucht hat, um ein Bild dieser Suche nach Erkenntnis zu zeichnen.

Fünf Jahre nachdem das erste zivile Rettungsschiff Kurs auf’s zentrale Mittelmeer nahm, zieht Chris Grodotzki in seiner Arbeit POS ein Zwischenfazit: Zwischen Held*innen-Pathos und Kriminalisierung, humanitärer Verantwortung und politischem Aktivismus erkundet der Fotograf die Häfen des Mittelmeeres als symbolische Schlachtfelder und besetzt sie als Orte der Reflexion.

In seiner Videoarbeit Iyabo setzt sich Dustin Weiss am Beispiel der parteilosen Oberbürgermeister-Kandidatin Iyabo Kaczmarek mit politischer Teilhabe auseinander und dokumentiert den Wahlkampfalltag und die auftretenden Schwierigkeiten, die eine Kandidatur ohne Partei mit sich bringt.

Marvin Ibo Güngör betrachtet in seiner Arbeit Berlin Exiles Exilanten und Exilantinnen und hat sich dafür in die deutsche Hauptstadt begeben, die mitunter als das „neue Damaskus“ bezeichnet wird. Er beschäftigt sich dabei mit den Herausforderungen und Lebenssituationen unterschiedlicher Exilant*innen, die aus politischen, kulturellen oder persönlichen Gründen nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren können.

In ihrer Arbeit Coalscapes begeben sich Lucas Wahl und Julius Schrank auf eine fotografische Reise in die deutschen Braunkohletagebaue. Aus der Vogelperspektive dokumentieren sie den jahrzehntelangen Raubbau an der Natur. Neben abstrakten Luftaufnahmen ermöglichen sie es dem Betrachter, mit Hilfe von Virtual Reality Technologie, in die Welt des schwarzen Goldes einzutauchen und ein Gefühl für Dimension und Bedeutung der Braunkohle zu bekommen.

Jeder Mensch besitzt die Freiheit das zu tun und der zu sein, der er sein möchte. In der Portraitserie Landed stellt Laura Ludwig Personen vor, die mit viel Energie und Leidenschaft einem fantastischen Hobby nachgehen: Live Action Role Play.

 

Jamal Ali, Musiker aus Aserbaidschan. Marvin Ibo Güngör hat sich für seine Arbeit Berlin Exiles in die deutsche Hauptstadt begeben, die mitunter als „Exil-Hauptstadt“ und das „neue Damaskus“ bezeichnet wird. In seiner Serie beschäftigt er sich dabei mit den Herausforderungen und Lebenssituationen unterschiedlicher Exilantinnen und Exilanten, die aus politischen, kulturellen oder persönlichen Gründen nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren können. Foto: Marvin Ibo Güngör

Foto: Marvin Ibo Güngör

Mohammad Ahmad unterstützt seine Frau Lourin bei den praktischen Fahrstunden. Der Syrer übt mit ihr das Schalten in die verschiedenen Gänge.

Foto: Anett Findklee

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Foto: Chris Grodotzki

Um etwas Abwechslung vom Alltag im Krankenhaus zu bekommen, geht Linda mit ihrem Bruder im Rollstuhl in der Stadt spazieren. Nach einem Schlaganfall mit Gehirnblutung, wird Oleg (46 Jahre) von seinen in Deutschland lebenden Halbschwestern in Russland gepflegt. In der Arbeit "Alles wird gut, Oleg" begleitet Fabian Fiechter die Geschwister und gibt einen intimen Einblick in die Herausforderung der Pflege von Angehörigen in einem Land mit ausgeprägt mangelndem Versorgungssystem. © Fabian Fiechter Alle Rechte vorbehalten , Veroeffentlichung nur gemäß meiner AGBs, Honorar, Urhebervermerk und Belegexemplar

Foto: Fabian Fiechter

Filmstill aus der Bachelorarbeit "Iyabo" von Dustin Weiss

Filmstill: Dustin Weiss

Horror Bunny landed on a railing

Foto: Laura Ludwig

MAX-PLANCK-INSTITUT FUER RADIOTELESKOPIE EFFELSBERG

Foto: Volker Crone

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VGH-Fotopreis 2019

Preisverleihung & Vernissage am 04. Dezember 2019 um 19 Uhr Ausstellung vom 05. Dezember - 12. Januar 2020
Foto: Jan Richard Heinicke

An Heiligabend und Silvester bleibt die Galerie geschlossen. Am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag sowie am Neujahrstag haben wir aber regulär von 12-18 Uhr für Sie geöffnet. 

 

Der VGH-Fotopreis 2019 geht an Jan Richard Heinicke für seine Arbeit »Melting Point«, die sich mit den Folgen des Klimawandels beschäftigt.

Noch nie war die Ausdehnung des arktischen Meeres im Monat Juni so gering wie 2019. Keine Region der Erde heizt sich schneller auf, als die Arktis. Die Erwärmung beträgt hier das Doppelte, stellenweise das Vierfache des globalen Mittels. Neben dem schwindenden Meereis sorgen sich Klimaforscher vor allem um den grönländischen Eispanzer. In den vergangenen 20 Jahren hat sich der Eisverlust auf Grönland vervierfacht. Für seine Arbeit ›Melting Point‹ hat Jan Richard Heinicke ein Team von Meeresforschern auf ihrer Expedition entlang der Ostküste Grönlands begleitet und brilliert mit einer modernen und innovativen Herangehensweise, der es gelingt, ein zentrales Thema unserer Zeit poetisch und zugleich zutiefst journalistisch einzufangen. Als Gewinner des VGH-Fotopreises erhält Jan Richard Heinicke ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro.

Website Jan Richard Heinicke

Eine lobende Erwähnung für ihre Arbeiten erhielten als Finalist*innen des Juryprozesses:

Andy Happel | »While the moonlight showers upon my dark robe«

Nanna Heitmann | »Hiding from Baba Yaga«

Jana Mai | »Die Nachfahren der Wölfe«

Ole Spata | »Artefakte einer Teilung«

Stefanie Silber | »Das ewige Nesthäkchen«

Der VGH-Fotopreis ist mit 10.000 Euro bundesweit eine der höchstdotierten Auszeichnungen im Bereich Fotografie. Seit 2008 wird er ausschließlich unter den Studierenden des Studiengangs ‚Fotojournalismus und Dokumentarfotografie‘ der Hochschule Hannover (HsH) vergeben. Mit ihrer exklusiven Förderung unterstützt die VGH den international renommierten Studiengang, der über einen deutschlandweit einmaligen Schwerpunkt im Bereich des Fotojournalismus und der Dokumentarfotografie verfügt. Neben der Vermittlung klassischer, bildjournalistischer Bildsprachen richtet sich der Fokus des Studiengangs auf aktuelle Perspektiven des Dokumentarischen und eine zukünftige Praxis bildjournalistischer Visualisierungen.

„Wir freuen uns sehr über das langjährige Engagement der VGH für unseren Studiengang, das uns die Möglichkeit gibt, die hervorragende Arbeit unserer Studierenden über die Grenzen der Hochschule hinaus publik zu machen und finanziell zu fördern“, sagt Prof. Dr. Karen Fromm, Professorin des Studiengangs und Koordinatorin des VGH-Fotopreises.

Insgesamt hatten sich 36 Studierende mit unterschiedlichsten Themen und Erzählstilen um den Preis beworben. Mit der Verleihung des Preises ist eine Ausstellung der Preisträger-Arbeit sowie der Finalist*innen des Juryprozesses in der GAF–Galerie für Fotografie verbunden. Die Ausstellungseröffnung und Preisverleihung des VGH-Fotopreises findet am Mittwoch, den 4. Dezember 2019 um 19 Uhr in den Räumen der GAF–Galerie für Fotografie in Hannover statt.

Der Fachjury, die über die Vergabe des VGH-Fotopreises entscheidet, bestand in diesem Jahr aus Thorsten Gerke, Bildredaktion des SPIEGEL; Lars Lindemann, Fotochef von GEO Amelie Schneider, Leiterin der Bildredaktion DIE ZEIT; Barbara Stauss, Bildredaktion mare und Reporter ohne Grenzen; Michael Thomas, Cheffotograf der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung; Andreas Trampe, Leiter der Bildredaktion des STERN und Alexandra Bartsch als Vertreterin der VGH.

„Das Niveau der diesjährigen Einreichungen zum VGH-Preis war erfreulich hoch. Zum Ende der Jurysitzung galt es aus noch sechs nahezu perfekten Arbeiten, den Gewinner zu ermitteln – keine leichte Aufgabe. Jan Richard Heinickes Wissenschaftsreportage ›Melting Point‹ setzte sich aufgrund der sowohl journalistisch als auch künstlerisch sehr hohen Qualität und des gelungenen Zusammenwirkens von Portraits, Stilleben und Sense of Place-Motiven durch.“, so Lars Lindemann, Fotochef von GEO.

Andy_Happel_VGH_1Foto: Andy Happel

Nanna_Heitmann_VGH_1Foto: Nanna Heitmann

Jana_Mai_VGH_1Foto: Jana Mai

Ole_Spata_VGH_2Foto: Ole Spata

Stefanie_Silber_VGH_2Foto: Stefanie Silber

 

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Hashtags Unplugged – Von Lastern und Leitmotiven

Vernissage am 16. Oktober 2019 um 19 Uhr Ausstellung vom 17. Oktober - 24. November 2019

Fotos: Florian Müller

Likes, Follower und Reposts sind heute die messbaren Parameter des sozialen Erfolgs. Es scheint kaum eine Nische zu geben, sei sie auch noch so kontrovers besetzt, die nicht irgendwo ihren tosenden digitalen Applaus in den sozialen Netzwerken bekommt. Kurzlebige Schönheitsideale, eine ungezügelte Sexualität und maßlose Selbstoptimierung werden in der postprivaten Öffentlichkeit sozialer Netzwerke zur Aufwertung der eigenen Existenz gefeiert als gäbe es kein Morgen mehr.

Die Laster von einst sind zu den Leitmotiven im Jetzt geworden. Doch Instagram ist nicht nur das Sündenbabel einer Generation von Hedonisten und Narzissten, die den Exzess auf dem Scheiterhaufen der Moral feiert, es ist auch der Ort, an dem sich Andere abwerten, um ein wenig Menschlichkeit in Form von Zuspruch und Mitgefühl zu erhaschen, die in der echten Welt nicht für sie vorgesehen scheint. Wieder Andere vermitteln mit ihren Bildern die Sehnsüchte nach einer besseren Welt. Das Credo des Selbstdarstellungskults unserer Tage scheint zu lauten: Wir haben alle Freiheiten. Wir müssen uns nur entscheiden, wer wir sein wollen.

Auf der sinnstiftenden Suche nach sich selbst nehmen viele Instagrammer eine Identität an, die oft schonungslos auf ihr Selbst in der Realität zurückwirkt. Die neue öffentliche Selbstenthüllung und Erzähllust brechen das einstige Konzept von Privatsphäre. Alle wollen herausstechen, gesehen werden, bedeutsam sein und mäandern unter der wachsamen Beobachtung ihrer Follower zwischen exzentrischen und konformistischen Ideen ihrer selbst hin und her. Zwischen grellbuntem Eskapismus und fahlgrauer Alltagsödnis, Thigh Gap und Gender Gap, Kätzchen und Zimmerpflanzen ist alles möglich. Hauptsache, es gibt ein Bild davon.

Nach seiner Ausbildung zum Mediengestalter studierte der 1982 geborene Florian Müller an der Hochschule Hannover, an der er seit 2015 als Lehrbeauftragter im Studiengang „Fotojournalismus und Dokumentarfotografie“ tätig ist. Neben der freien Arbeit für Redaktionen, Nichtregierungsorganisation und Stiftungen, treibt er teils aufwändige selbstinitiierte Fotoprojekte voran. Dabei steht für ihn immer die individuelle Lebenswirklichkeit seiner Protagonisten im Fokus, ohne dass er dabei das gesellschaftliche große Ganze aus dem Auge verliert.

»Hashtags Unplugged« wurde durch ein Stipendium der Kulturstiftung der VG Bild Kunst unterstützt.

Selfie of @draphiee showing fragments of her face and upper body.

#plasticpositive - @draphiee cultivates an open attitude regarding cosmetical corrections. Although she knows that people eye her critically for her visual appearence and beauty ideal, it doesn´t distract her: "If you think I´m too much, better ask yourself whether you are enough." In this image Instagramer @draphiee receives an injection of hyaluronic acid to increase her lip volume by a specialized doctor. She is undergoing this treatment twice a year.

@ziteb.trainsurfing on Instagram

#fuckthesystem /// More and more trainsurfers promote their daredevil actions via social networking services and infuse them with political statements. Conflicts to the user's real life may occur as @ziteb.trainsurfing had to experience, which led to the decision to delete his profile in late 2018.

Selfie of @jezzicat.

#whatyoudontsee - With her eccentric appearance and life-affirming ways, @jezzicat at first seems like a carefree free spirit. But she often struggles with inner emptiness.

Image on @kinkybabybln's Instagram account. Point of view shot showing @kinkybabaybln's legs in solarium hashtagged with #summerworkout.

#summerworkout /// Nudity and ironic captions on Instagram are no longer universal recipes for success, as is shown by the unspectacular number of 43 followers currently enjoyed by @kinkybabybln.