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Hahnemühle Student Photography Competition 2019

Ausstellung vom 22. Oktober - 29. November 2020

Foto: Jan A. Staiger & Daniel Niedermeier

Der erste internationale Hahnemühle Fotografie-Award richtete sich an Nachwuchsfotograf*innen, die an Hochschulen und Universitäten weltweit studieren, um uns ihre Welt visuell vorstellbar zu machen und über ebendiese in Bildern nachzudenken.

Mit jeweils fünf Fotografien reichten mehr als 700 Fotograf*innen aus über 50 Ländern ihre Arbeiten ein. Nach einem Vorentscheid über 50 Finalist*innen zeichnete die international renommierte Jury, bestehend aus Fotograf*innen, Fotojournalist*innen, Galerist*innen und weiteren erfahrenen Expert*innen der Fotoindustrie, drei Gewinnerarbeiten aus. Die Gewinner*innen und Honorable Mentions des Awards sind nun für sechs Wochen in der hannoverschen Galerie für Fotografie zu sehen.

1.Platz | »simili modo« | Jan A. Staiger & Daniel Niedermeier

Das deutsche Fotografenduo Jan A. Staiger und Daniel Niedermeier  überzeugte die Jury mit einem starken theoretischen Ansatz und der herausragenden künstlerischen Umsetzung. In ihrer konzeptionellen Arbeit »simili modo« entführen uns die Fotografen in vom Menschen erschaffene Scheinwelten. Sie irritieren, regen zum hinterfragen an, lassen ein gesellschaftliches Streben erahnen und greifen gleichzeitig die Grenzen und Möglichkeiten des fotografischen Mediums auf. „Die Umsetzung der Idee ist ausgesprochen gut gelungen. Informationen werden auf verschiedenen Ebenen transportiert und auch handwerklich ist »simili modo« eine herausragende Arbeit, die hervorragend fotografiert und gedruckt ist“,  urteilte die Jury des Awards.

Staiger_Niedermeier_simili_modo_04Foto: Jan A. Staiger & Daniel Niedermeier

2.Platz | »The two parallel« | Karina Bikbulatova

Ebenso überzeugte die Fotoserie »The two parallel« von Karina Bikbulatova  aus Russland. Sie erzählt die Geschichte zweier Schwestern, die von ihrem Vater verstoßen wurden und nicht wissen, dass sie miteinander verwandt sind. Sie führen zwei komplett unterschiedliche Leben, treffen sich jedoch einmal im Jahr für einen Tag, um etwas zu unternehmen. „Die Geschichte ist faszinierend und zeigt große Sensibilität und Sanftmut. Jedes Bild hat einen anderen Aufbau und dennoch sind alle Bilder sehr gut miteinander verbunden. Die Komposition der Serie ist ausgesprochen kreativ.“,  sagte die Jury. Die skulpturhaften, gar monumentalen Bilder seien wunderschön fotografiert.

4Foto: Karina Bikbulatova

3.Platz | »of suddenly growing up« | Tamara Eckhardt

Mit ihrer Arbeit »of suddenly growing up« nimmt uns die deutsche Fotografin Tamara Eckhardt  mit in den Berliner Stadtteil Marzahn-Hellersdorf. Hier trifft Sie junge Mütter und erzählt uns auf beeindruckend gefühlvolle und empathische Art- und Weise von den intensiven Lebensrealitäten der jungen Frauen. Die zarten Portraits strahlen ruhig und lassen uns melancholisch am Alltag der Mütter teilhaben. Die Jury war zudem von der fotografischen Umsetzung beeindruckt: „Die Bilder sind wunderbar ausgeleuchtet und bedienen sich einer ungewöhnlichen Farbpalette, die die empathische Wirkung gut transportiert und verstärkt. Einfach gut fotografiert.“.

WEBFoto: Tamara Eckhardt

Des Weiteren wurde die Arbeit »Lost Paradise« von Farnaz Damnabi mit einer lobenswerten Erwähnung ausgezeichnet. Die iranische Fotografin thematisiert in ihrer Arbeit die Unsichtbarkeit von weiblicher Identität innerhalb patriarchalischer Gesellschaftsstrukturen.

IMG_5920Foto: Farnaz Damnabi

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Schöne neue Welt

Jürgen Strasser Ausstellung vom 03. September - 11. Oktober 2020

Fotos: Jürgen Strasser

»Wer auch immer glaubt, dass Gewinnen nicht alles ist, der kennt Dubai nicht«. Dieser Stadtmarketing-Slogan begrüßt Besucher*innen bereits bei ihrer Ankunft am Flughafen. Dubai ist eine von insgesamt zehn Megastädten, die der Fotograf Jürgen Strasser seit 2013 zum Teil mehrfach bereist hat. Die Ausstellung »Schöne neue Welt« in der Galerie für Fotografie (GAF) in Hannovers Eisfabrik geht ab dem 3. September dem Phänomen der neuen wuchernden Metropolen nach. Sie richtet den Blick auf steingewordenen Fortschrittsglauben, auf die scheinbar immer gleichen Hochhausfassaden und Verkehrsnetze, aber auch auf die Visionen menschenwürdigen Massenwohnungsbaus.

Bangkok, Dubai, Hongkong, Kairo, Mumbai, Shanghai, Tokio – die Megastädte dieser Welt beeindrucken durch ihre kaum fassbaren Dimensionen und ihr scheinbar ungebremstes Wachstum. Diese und andere gigantische Städte sind dichte, instabile Bewegungsräume, die ihren Bewohner*innen und Besucher*innen immer neue Formen der Wahrnehmung, Orientierung und Anpassung abverlangen. Doch verschwinden die Bewohner*innen dieser Städte in den architektonischen Strukturen, die in erster Linie darauf angelegt sind, Menschenmassen unterzubringen, aber dem Lebensort kein charakteristisches Gesicht verleihen.

Schon 1516 stellte Thomas Morus in seinem Werk »Utopia« fest: »Wer eine kennt, kennt die anderen alle, so ähnlich sind sie untereinander, sofern nicht der Charakter der Örtlichkeit eine Änderung bedingt«. Und fast wörtlich verweist 2011 der renommierte niederländische Architekt Rem Koolhaas in einem Spiegel-Interview auf die »Generic City – Stadt ohne Eigenschaften«: »Diese unheimliche Vertrautheit. Als wäre man schon einmal dort  gewesen. War man aber nicht. Es sind all die vertrauten Bausteine, die immer wieder neu zusammengestellt werden.«

Der in Wiesbaden und Worpswede lebende Fotograf Jürgen Strasser spürt in seinen Fotografien der »Schönen neuen Welt nach.« In konzentrierter Form zeugen seine Stadtlandschaften von den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbrüchen der wachsenden Weltbevölkerung und der stetigen Urbanisierung. Strassers Bilder führen vor, wie austauschbar und wenig ortstypisch Städteplanung in unserer Gegenwart ist und wie der Mensch in diesen gigantischen Stadtmaschinen in seiner Individualität immer weniger eine Rolle spielt.

Strasser richtet seinen grafisch geschulten Blick auf Strukturen, Flächen, Linien, Muster, Raster sowie auf die vertikale und horizontale Ausdehnung moderner Stadtarchitektur. In seinen Aufnahmen spitzt er die Wirklichkeit bewusst zu, überzeichnet, poetisiert und illustriert – eine eher objektive Bestandsaufnahme von Urbanität verwandelt sich in subjektive Bildwelten und lässt damit gleichzeitig Raum für die persönliche Wahrnehmung der Betrachter*innen.

»Diese Städteaufnahmen sind nicht vordergründige Zivilisationskritik oder Fortschrittsanklage. Der Betrachter darf sich von der Wucht der abgebildeten städteplanerischen und architektonischen Statements mitgenommen fühlen und aus seiner Wahrnehmung heraus eine Haltung entwickeln,« (Dr. Rainer Beßling, Kunstkritiker und Kulturjournalist, Syke)

©JürgenStrasser_Tokio

©JürgenStrasser_Shanghai

©JürgenStrasser_Kairo

©JürgenStrasser_Hongkong

©JürgenStrasser_Dubai

©JürgenStrasser_Bangkok

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Black Rain Hibakusha – Die vergessenen Opfer von Hiroshima

Thomas Damm Ausstellung vom 23. Juli - 23. August 2020

Fotos: Thomas Damm

Am 6. August jährt sich der Tag des Atombombenabwurfs auf Hannovers Partnerstadt Hiroshima zum 75. Mal.

Die Bilanz des ersten Einsatzes einer Atombombe war verheerend. Der Feuerball mit einer Temperatur von 6000 Grad Celsius verbrannte alles. 100.000 Menschen starben unmittelbar, weiter 130.000 bis Ende 1945 an den Folgeschäden, viele weitere in den Jahren danach.

Während den unmittelbaren Opfern des Atombombenabwurfs auf Hiroshima  noch immer in der Öffentlichkeit gedacht wird, sind die Opfer des »Schwarzen Regens«, als solchen bezeichnet man den radioaktiven Niederschlag, weitgehend unbeachtet. Viele von ihnen werden sogar Opfer von Diskriminierung und verheimlichen deshalb aus Angst davor Hibakusha zu sein.

Die Explosion der Bombe, die etwa 100.000 Menschen sofort tötete, schleuderte Unmengen an belastetem Material in die Atmosphäre. Dieses regnete im Umland von Hiroshima nieder und überzog das Land mit einer schwarzen Decke aus Ruß.  Daher die Bezeichnung »Schwarzer Regen«.Viele Menschen kamen damit in Berührung und nahmen darüber radioaktive Strahlung auf. Ihnen, den »kuroi ame hibakusha«, wird auch heute noch jede Anerkennung als Opfer verwehrt. Fotograf Thomas Damm hat zahlreich Hibakusha während zwei Aufenthalten in Japan besucht, mit ihnen gesprochen und sie fotografiert. Seine dichten und intensiven Portraits sollen den vergessenen Opfern von Hiroshima ein Gesicht geben.

Thomas Damm, geb. 1984 in Gießen, hat Fotojournalismus und Dokumentarfotografie an der Hochschule Hannover studiert und 2016 mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Zuvor hat er von 2005 bis 2008 Politik, Philosophie und Soziologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen studiert und 2013 ein Auslandssemester Visual Communication an der Hiroshima City University absolviert. Dort erhielt er für »Black Rain Hibakusha« den Hiroshima City University Student Award.

Die Ausstellung in der GAF ist umrahmt von einer Kunstausstellung in der Weißen Halle, einem Tanztheaterstück der Commedia Futura, zwei Filmvorführungen in der Eisfabrik und einer szenischen Lesung in der Aegidienkirche. Die genauen Programmdaten finden Sie im Flyer am Tresen der GAF.

 

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Der laufende Betrieb der »Galerie für Fotografie« wird unterstützt von:

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