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UMBRÜCHE: Fotografien 1980–1995

Ausstellung vom 14. Mai - 14. Juni 2020

Fotos: ANN-CHRISTINE JANSSON

Die GAF hat sowohl am Pfingstsonntag als auch am Pfingstmontag von 12 bis 18 Uhr geöffnet!

Für den Besuch der Galerie gelten die üblichen Hygiene-Vorschriften: Maskenpflicht und Abstandsregel. Aufgrund des umbauten Raumes und großer Freiflächen können in der GAF bis zu 15 Personen gleichzeitig die Ausstellung anschauen. Wir bitten um Verständnis, wenn wir im Falle eine größeren Andrangs den Zugang regulieren müssen.

Die Galerietür wird bei entsprechendem Wetter permanent geöffnet sein. Desinfektionsmittel steht am Ein- und Ausgang bereit!

»Umbrüche: Fotografien 1980-1995« von Ann-Christine Jansson

Wie spiegeln sich die Erlebnisse der Menschen bei der friedlichen Revolution, dem Mauerfall und der Zeit danach wider?

Die Umbrüche der jüngeren Geschichte, in Ost und West, bringt uns die in Berlin lebende schwedische Fotografin Ann-Christine Jansson in besonderer Weise nahe. Mit ihrem offenen Blick von außen gelingt Jansson eine ganz eigene Schilderung der Deutsch-Deutschen Geschichte.

Die Ereignisse vor dem Fall der Mauer und die friedliche Revolution, die zu dem Fall der Mauer geführt haben sowie die darauf folgenden Umwälzungen im Leben der Menschen werden in einem umfangreichen Ausstellung gezeigt. Einfühlsam wird uns das Leben in der geteilten Stadt Berlin und in Ost- und West-Deutschland mit ihren Protest- und Widerstandsbewegungen nahe gebracht. Im Mittelpunkt stehen stets die Menschen, die diese historischen Ereignisse mitprägten. In ihren Gesichtern lesen wir, was in ihnen vor sich geht: Angst, Wut, Verzweiflung, Freude, Hoffnung.

Ein größerer Abschnitt ist der Opposition in der ehemaligen DDR gewidmet. Es sind Fotografien jener Menschen, die dazu beigetragen haben, die Gesellschaft zu verändern und einen radikalen Umbruch zu bewirken. In den Gesichtern spüren wir ihre Betroffenheit, ihre Ängste, aber auch ihren Mut. Ohne ihren Beruf zu verraten ist Jansson damals oft über die Grenze von West- nach Ost-Berlin am Grenzübergang für Ausländer, Checkpoint Charlie, gegangen. So konnte sie an vielen Treffen und Demonstrationen der ost-deutschen Opposition teilnehmen und Begegnungen mit der Kamera festhalten, die nicht selbstverständlich sind. Sie war immer ganz nah dabei. Diese Fotos wurden ohne ihren Namen – international in Zeitungen und Zeitschriften  – veröffentlicht, damit sie wieder in die DDR einreisen konnte.

Im Herbst 2019 jährte sich der Fall der Berliner Mauer zum 30. Mal. Gerade vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Debatten um Europa und den zunehmenden rechtspopulistischen Bewegungen ist es wichtig, den Blick noch einmal auf die Zeit vor und nach der Wende zu richten.

Der subjektive Blick der Fotografin lässt den Zeitgeist jener Jahre in ihren Fotos lebendig werden. Beim Fotografieren baute Jansson eine große Nähe zu den Porträtierten auf… Ihre Offenheit Menschen gegenüber sieht man den Bildern an. Peter Wensierski, Spiegel online

Überhaupt, die Bilder in dem Band „Umbrüche: Fotografien 1980-1995“ eignen sich fast alle als Symbolbilder für eben jene Wendepunkte. Philipp Hindahl, Monopol, Magazin für Kunst und Leben

Ann-Christine Jansson hat einen besonderen Blick für die Momente, in den die harte Pose einen Spalt offenlässt für das Weiche und Unentschiedene. Harry Nutt, Berliner Zeitung, Frankfurter Rundschau

Es sind die Begegnungen mit den Menschen, der einzigartige Augenblick oder das Resultat von behutsam gewachsenem Vertrauen, die ihre Bilder von den dramatischen Umwälzungen in Deutschland kennzeichnen. Daniela Marquardt, Schwedischer Rundfunk

Love Parade Kurfürstendamm Kurfuerstendamm Berlin 1994 Foto Copyright by: ANN-CHRISTINE JANSSON /jansson-photography.com TURNS/UMBRÜCHE, JENE JAHRE / THOSE YEARS 1980–1995, PHOTOGRAPHS BY ANN-CHRISTINE JANSSON Ausstellung mit Fotografien von Ann-Christine Jansson. Bitte beachten Sie das Copyright! Die Verwendung im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Ausstellung ist frei. Wir bitten um Zusendung von 2 Belegexemplaren. Veröffentlichung nur gegen Belegexemplar sowie Namensnennung lt §13 UrhG. // TURNS Exhibition with photographs by Ann-Christine Jansson. All rights reserved. Please take care of the copyright! There is no charge when using in connection with reporting on the exhibition. Please send us two copies of your article. Publication only against free specimen copy as well mention of name according to the copyright law.Namensnennung lt §13 UrhG. Publication only against free specimen copy as well mention of name according to the copyright law. Das Buch ist in Englischer und Deutscher Sprache, Hardcover, Fadenheftung, 208 Seiten. ISBN 978-3-946688-48-8 beim Verlag seltmann+söhne //The book is published in English and German, hardcover, 208 pages at the publishing house seltmann+söhne ISBN 978-3-946688-48-8 .

Love Parade Kurfürstendamm, Berlin 1994

1.Mai Strassenschlacht Riot in Berlin Kreuzberg 1th May Foto Copyright by: ANN-CHRISTINE JANSSON /jansson-photography.com TURNS/UMBRÜCHE, JENE JAHRE / THOSE YEARS 1980–1995, PHOTOGRAPHS BY ANN-CHRISTINE JANSSON Ausstellung und Bildband mit Fotografien von Ann-Christine Jansson Das Buch erscheint in Englischer und Deutscher Sprache, Hardcover, Fadenheftung, 208 Seiten. ISBN 978-3-946688-48-8 beim Verlag seltmann+söhne, Berlin // The book published in English and German, hardcover, 208 pages at the publishing house seltmann+söhne ISBN 978-3-946688-48-8 Berlin, Germany // TURNS Exhibition with photographs by Ann-Christine Jansson Alle Rechte Vorbehalten. All rights reserved. Bitte beachten Sie das Copyright! Die Verwendung im Zusammenhang mit der Berichterstattung über das Buch und die Ausstellung ist frei. Wir bitten um Zusendung von 2 Belegexemplaren // Please take care of the copyright! There is no charge when using in connection with reporting on the on the book and exhibition. Please send us two copies of your article. Veröffentlichung nur gegen Belegexemplar sowie Namensnennung lt §13 UrhG. Publication only against free specimen copy as well mention of name according to the copyright law.

1.Mai Strassenschlacht Riot in Berlin Kreuzberg

Squatting, the new bathroom.// Hausbesetzung, das neue Badezimmer. Foto Copyright by: ANN-CHRISTINE JANSSON /jansson-photography.com TURNS/UMBRÜCHE, JENE JAHRE / THOSE YEARS 1980–1995, PHOTOGRAPHS BY ANN-CHRISTINE JANSSON Bildband und Ausstellung mit Fotografien von Ann-Christine Jansson Das Buch erschein in Englischer und Deutscher Sprache, Hardcover, Fadenheftung, 208 Seiten. ISBN 978-3-946688-48-8 beim Verlag seltmann+söhne, Berlin //The book published in English and German, hardcover, 208 pages at the publishing house seltmann+söhne ISBN 978-3-946688-48-8 , Germany Die Ausstellung // TURNS Exhibition with photographs by Ann-Christine Jansson Alle Rechte Vorbehalten. All rights reserved. Bitte beachten Sie das Copyright! Die Verwendung im Zusammenhang mit der Berichterstattung über das Buch und die Ausstellung ist frei. Wir bitten um Zusendung von 2 Belegexemplaren // Please take care of the copyright! There is no charge when using in connection with reporting on the on the book and exhibition. Please send us two copies of your article. Veröffentlichung nur gegen Belegexemplar sowie Namensnennung lt §13 UrhG. Publication only against free specimen copy as well mention of name according to the copyright law.

Hausbesetzung, das neue Badezimmer.

Blixa Bargeld Musiker, Performance Künstler, Komponist, Autor und Schauspieler Gründungsmitglied und Sänger der Gruppe Einstürzende Neubauten. West Berlin 1985 // Blixa Bargeld German underground musician and composer, author, actor, singer, performer In 1980 he founded the music group Einstürzende Neubauten Foto Copyright by: ANN-CHRISTINE JANSSON /jansson-photography.com TURNS/UMBRÜCHE, JENE JAHRE / THOSE YEARS 1980–1995, PHOTOGRAPHS BY ANN-CHRISTINE JANSSON Bildband und Ausstellung mit Fotografien von Ann-Christine Jansson Das Buch erscheint in Englischer und Deutscher Sprache, Hardcover, Fadenheftung, 208 Seiten. ISBN 978-3-946688-48-8 beim Verlag seltmann+söhne, Berlin // The book is published in English and German, hardcover, 208 pages at the publishing house seltmann+söhne ISBN 978-3-946688-48-8 Berlin, Germany Die Ausstellung // TURNS Exhibition with photographs by Ann-Christine Jansson Alle Rechte Vorbehalten. All rights reserved. Bitte beachten Sie das Copyright! Die Verwendung im Zusammenhang mit der Berichterstattung über das Buch und die Ausstellung ist frei. Wir bitten um Zusendung von 2 Belegexemplaren // Please take care of the copyright! There is no charge when using in connection with reporting on the on the book and exhibition. Please send us two copies of your article. Veröffentlichung nur gegen Belegexemplar sowie Namensnennung lt §13 UrhG. Publication only against free specimen copy as well mention of name according to the copyright law.

Blixa Bargeld Musiker, Performance Künstler, Komponist, Autor und Schauspieler Gründungsmitglied und Sänger der Gruppe Einstürzende Neubauten. West Berlin 1985

Picknick an der Mauer 008604 // Couple having picnic at the Berlin Wall 1986 Copyright by: ANN-CHRISTINE JANSSON www.jansson-photography.com Couple from the West having picnic at the border to the north of East Berlin. Left the watchtower, where border guards from the East are watching the wall. The photograph was taken from the West side. Berlin, Germany 1986 The Wall. Picknick an der Mauer in Norden von Berlin. Aufgenommen von der West Berliner Seite. TURNS/UMBRÜCHE, JENE JAHRE / THOSE YEARS 1980–1995, PHOTOGRAPHS BY ANN-CHRISTINE JANSSON Bildband und Ausstellung mit Fotografien von Ann-Christine Jansson Das Buch erscheint in Englischer und Deutscher Sprache, Hardcover, Fadenheftung, 208 Seiten. ISBN 978-3-946688-48-8 beim Verlag seltmann+söhne, Berlin //The book is published in English and German, hardcover, 208 pages at the publishing house seltmann+söhne ISBN 978-3-946688-48-8 Berlin, Germany // TURNS Exhibition with photographs by Ann-Christine Jansson Alle Rechte Vorbehalten. All rights reserved. Bitte beachten Sie das Copyright! Die Verwendung im Zusammenhang mit der Berichterstattung über das Buch und die Ausstellung ist frei. Wir bitten um Zusendung von 2 Belegexemplaren // Please take care of the copyright! There is no charge when using in connection with reporting on the book and exhibition. Please send us two copies of your article. Veröffentlichung nur gegen Belegexemplar sowie Namensnennung lt §13 UrhG. Publication only against free specimen copy as well mention of name according to the copyright law.

Picknick an der Mauer 1986

Berlin 1993 Vietnamese woman with her child after the German reunification in the former East Berlin suburb Marzahn. Vietnamesin mit Kind nach der Deutschen Wiedervereinigung in Berlin-Marzahn. Copyright by: ANN-CHRISTINE JANSSON www.jansson-photography.com Alle Rechte Vorbehalten. All rights reseved. Foto Copyright by: ANN-CHRISTINE JANSSON /jansson-photography.com TURNS/UMBRÜCHE, JENE JAHRE / THOSE YEARS 1980–1995, Ausstellung mit Fotografien von Ann-Christine Jansson. Bitte beachten Sie das Copyright! Die Verwendung im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Ausstellung ist frei. Wir bitten um Zusendung von 2 Belegexemplaren. Veröffentlichung nur gegen Belegexemplar sowie Namensnennung lt §13 UrhG. Please take care of the copyright! Publication only against free specimen copy as well mention of name according to the copyright law

Vietnamesin mit Kind nach der Deutschen Wiedervereinigung in Berlin-Marzahn, 1993

Berlin 1989, Maueroeffnung an der Bernauerstrasse The opening of the Berlin wall at Bernauerstreet.// People from East Germany are for the first time crossing the border to the West Photo Copyright by: Ann-Christine Jansson TURNS/UMBRÜCHE, JENE JAHRE / THOSE YEARS 1980–1995, PHOTOGRAPHS BY ANN-CHRISTINE JANSSON Bildband und Ausstellung mit Fotografien von Ann-Christine Jansson Das Buch erscheint in Englischer und Deutscher Sprache, Hardcover, Fadenheftung, 208 Seiten. ISBN 978-3-946688-48-8 beim Verlag seltmann+söhne, Berlin //The book is presented at Frankfurt Book Fair and published in English and German, hardcover, 208 pages at the publishing house seltmann+söhne ISBN 978-3-946688-48-8 Berlin, Germany Ausstellung mit Fotografien von Ann-Christine Jansson // TURNS Exhibition with photographs by Ann-Christine Jansson Alle Rechte Vorbehalten. All rights reserved. Bitte beachten Sie das Copyright! Die Verwendung im Zusammenhang mit der Berichterstattung über das Buch und die Ausstellung ist frei. Wir bitten um Zusendung von 2 Belegexemplaren // Please take care of the copyright! There is no charge when using in connection with reporting on the on the book and exhibition. Please send us two copies of your article. Veröffentlichung nur gegen Belegexemplar sowie Namensnennung lt §13 UrhG. Publication only against free specimen copy as well mention of name according to the copyright law.

Berlin 1989, Maueroeffnung an der Bernauerstrasse

TURNS/UMBRÜCHE, JENE JAHRE / THOSE YEARS 1980–1995, PHOTOGRAPHS BY ANN-CHRISTINE JANSSON Demonstration am Checkpoint Charlie 1987; Grenzsoldaten der DDR (links) stehen West-Berliner Polizisten (rechts) gegenueber. Im Vordergrund ein Demonstrant auf DDR-Gebiet, der Streifen rechts markiert die Grenze. In dieserm Jahr begingen beide Teile Berlins die 750-Jahr Feier. Demonstration at Checkpoint Charlie, the border between East Berlin and West Berlin East German border security patrols (left) vis-à-vis the police from West Berlin, foreground a demonstrant on East-Berlin ground, the border is marked by a white stripe (right). Both parts of Berlin, East and West, celebratet their own 750 anniversary. Berlin 8.08.1987 Bildband und Ausstellung mit Fotografien von Ann-Christine Jansson Das Buch erscheint in Englischer und Deutscher Sprache, Hardcover, Fadenheftung, 208 Seiten. ISBN 978-3-946688-48-8 beim Verlag seltmann+söhne // The book is published in English and German, hardcover, 208 pages at the publishing house seltmann+söhne ISBN 978-3-946688-48-8 Foto Copyright by: ANN-CHRISTINE JANSSON /jansson-photography.com Alle Rechte Vorbehalten. All rights reserved. Bitte beachten Sie das Copyright! Die Verwendung im Zusammenhang mit der Berichterstattung über das Buch und die Ausstellung ist frei. Wir bitten um Zusendung von 2 Belegexemplaren // Please take care of the copyright! There is no charge when using in connection with reporting on the book and exhibition. Please send us two copies of your article. Veröffentlichung nur gegen Belegexemplar sowie Namensnennung lt §13 UrhG. Publication only against free specimen copy as well mention of name according to the copyright law.

Demonstration am Checkpoint Charlie 1987; Grenzsoldaten der DDR (links) stehen West-Berliner Polizisten (rechts) gegenüber. Im Vordergrund ein Demonstrant auf DDR-Gebiet, der Streifen rechts markiert die Grenze. In diesem Jahr begingen beide Teile Berlins die 750-Jahr Feier

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Theater des Lebens

Vernissage am 12. Februar 2020 um 19 Uhr Ausstellung vom 13. Februar - 15. März 2020

Foto: Konrad Lippert

 

100 Straßenfotografien zeigt die Fotogalerie GAF als Resultat eines Open Call für diese Ausstellung. Insgesamt waren auf dem Server der Galerie Bilder von 221 Fotografinnen und Fotografen eingegangen, aus dem das Kuratorenteam der GAF einhundert Fotos von 50 Fotografinnen und Fotografen für die Ausstellung ausgewählt hat.

Dabei ging es den Kuratoren neben der Qualität der Arbeiten auch um eine inhaltliche und formale Vielfalt. So zeigt »Theater des Lebens« neben klassischen Straßenfotos, wie sie schon in den 50er, 60er und 70er Jahren von Helen Levitt, Joel Meyerowitz und Robert Frank fotografiert wurden, auch ganz andere Darstellungsformen, wie etwa in dem aseptischen Konstruktivismus von Henner Rosenkranz, den 140-Grad Panoramen des Berliner Fotografen Frank Silberbach, der dörflichen Poesie von Boris Register oder den krachend-farbigen Überlagerungen des internationalen Shooting-Stars unter den Straßenfotografen, Gustavo Minas.

Die Straßenfotografie gehört zu den jüngeren Genres der Fotografie und erlebte ihre erste Blütezeit in der Ära der prosperierenden städtischen Zentren wie New York, Chicago oder London, obwohl der Berliner Zeichner Heinrich Zille und der französische Fotograf Eugene Atget schon vorher auf der Straße fotografiert haben. In den 90er Jahren ist es dann ein wenig ruhiger geworden um die Straßenfotografie, ehe sie mit Beginn des neuen Jahrtausends und seit der massenweisen Verbreitung des Smartphone einen wahren Boom erlebt. Und das trotz einer sehr unklaren rechtlichen Grundlage.

Zwar ist das Fotografieren auf der Straße auch in Deutschland nicht verboten, aber schwierig wird es dann mit dem Veröffentlichen. Hier schützt die Fotograf*innen nur das Kunsturhebergesetz, das vor Gericht aber sehr unterschiedlich ausgelegt wird. Schließlich geht es dabei um die Antwort auf die Frage: Was ist Kunst?

Die Straßenfotografie gehört zu den schwierigsten Feldern der Fotografie. Denn sie verlangt von den Fotograf*innen nicht nur die Überwindung psychischer Barrieren. Denn wer hat es schon gern, wenn auf einen ungefragt mit der Kamera angelegt wird? Gerade aber die Authentizität ist es, die bei den meisten Motiven unerlässlich ist und die das vorherige Fragen um die Erlaubnis verbietet, denn das würde die einmalige Situation auf der Straße unwiderbringlich zerstören.

Die Themen, die auf der Bühne Straße gespielt werden, sind nie gestellt, geprobt oder geplant. Vorauszusehen oder erwartbar: ja, manchmal. Aber eigentlich müssen sie sich ergeben. Einfluss nehmen kann man nur auf jenen Ausschnitt öffentlichen oder halböffentlichen Raums, den man sich als Bühne wählt. Wer dann aber die Bühne betritt, das hängt vom Zufall ab. Der Straßenfotograf ist somit eher ein Entdecker als ein Schöpfer. Er kreiert seine Motive nicht, er fördert sie vielmehr zu Tage und macht sie mit seinen Bildern öffentlich. Und gerade die Unmittelbarkeit des festgehaltenen Augenblicks verlangt von den Fotograf*innen, das sie zahlreiche Parameter so gut und schnell wie möglich in Deckung bringen müssen, sonst ist die Szene vorbei: Augenblick, Standort, Perspektive, Brennweite, Tiefenschärfe.

Zurzeit lebt etwa die Hälfte der Menschheit in Städten. Tendenz steigend. Das schreit geradezu nach der ungekünstelten fotografischen Auseinandersetzung mit der Urbanität. Die Straßenfotografie ist dazu ein adäquates Mittel und vielleicht erklärt das auch deren wachsende Bedeutung, besonders unter jungen Fotografen.

Fotograf*innen: Reimund Belling, Petar Beres, René Budde, Christian Burkert, Daniel Chatard, Rui Miguel Cunha, Jesco Denzel, Thomas Deutschmann, Stefan Enders, Michael Galian, Emil Gataullin, Niklas Grapatin, Nonzuzo Gxekwa, Kirsten Haarmann, Nanna Heitmann, Rafael Heygster, Eva-Maria Horstick, Martynas Katauskas, Christoph Kellner, Silke Kirchhoff, Jens F. Kruse, Moises Levy, Konrad Lippert, Rudi Meisel, Kay Michalak, Jan Michalko, Gustavo Minas, Jörg Modrow, Fabian Mondl, Jörg Müller, Sascha Niethammer, Rolf Nobel, Dirk Opitz, Boris Register, Bernd Reinert, Bernd Rodrian, Frank Röth, Henner Rosenkranz, Frank Schinski, Michael Schoberth, Fabian Schreyer, Frank Silberbach, Ole Spata, Rob Stothard, Jürgen Strasser, Marylise Vigneau, Kay von Aspern, Martin von den Driesch, Patrick Wendt, Isabel Winarsch, Adam Wist, Yi Yin, Jan Zychlinski.

Deutschland, Bremen, 23.04.1998: An der Schlachte, Weserufer © Kay Michalak/FotoetageFoto: Kay Michalak

Film 11Foto: Bernd Rodrian

PatrickWendt_Marokko_2019Foto: Patrick Wendt

CSSR_Elbe_Jahrmarkt in RoudniceFoto: Rolf Nobel

EPSON scanner imageFoto: Reimund Belling

A man in a hat is seen in front of commuters' shadows at Rodoviaria do Plano Piloto, the central bus terminal in Brasilia, Brazil.Foto: Gustavo Minas

Strandleben_09_Cycle of lifeFoto: Moises Levy

Cuba / Havana/ 2019 / On the mythical Malecón Avenue and seawall, these young twin sisters struggle to follow their father who took them along while jogging and ran out of the frame. Due to the collapse of Venezuela and the Trump administration’s tightening of the decades-old embargo on Cuba, September 2019 was marked by fuel shortages all over the island nation and the roads were even emptier than usually. © Marylise Vigneau / AnzenbergerFoto: Marylise Vigneau

Martynas Katauskas Manhattan,NY 2016Foto: Martynas Katauskas

Exotik_050__MG_1340-BearbeitetFoto: Jesco Denzel

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allesun[d]ordnung

Vernissage am 22. Januar 2020 um 19 Uhr Ausstellung vom 23. Januar - 02. Februar 2020

Foto: Lucas Wahl, Julius Schrank

 

Entgegen den üblichen Öffnungszeiten ist diese Ausstellung während der gesamten Laufzeit täglich von 12 bis 18 Uhr geöffnet!

 

Ausstellung der Bachelor-Absolvent*innen 2020|1 des Studiengangs Fotojournalismus & Dokumentarfotografie der Hochschule Hannover

 

Regeln, Ordnungen und Systeme sind die Grundlage jeder Gesellschaft. Aber wie genau sehen diese Ordnungen aus, wie erschließt man sie und wie entflieht man ihnen? Wen fangen sie auf und wer fällt durch’s Raster? Und was, wenn genau diese etablierten Systeme, die Lösungen bieten sollen, ein Problem sind? Neun Student*innen des Studiengangs Fotojournalismus und Dokumentarfotografie nehmen in ihren Abschlussarbeiten die [Un]Ordnung der Welt in den Fokus.

 

Nach einem Schlaganfall mit Gehirnblutung, wird Oleg (46 Jahre) von seinen in Deutschland lebenden Halbschwestern in Russland gepflegt. In der Arbeit Alles wird gut, Oleg begleitet Fabian Fiechter die Geschwister und gibt einen intimen Einblick in die Herausforderung der Pflege von Angehörigen in einem Land mit ausgeprägt mangelndem Versorgungssystem.

Anett Findeklee geht in ihrer Arbeit Alle an einen Tisch der Frage nach, wie Integration funktionieren kann und berichtet über die Anstrengungen von aus Afghanistan, Syrien und der Elfenbeinküste geflüchteten Menschen, sich in Deutschland ein neues Leben aufzubauen.

In seinem Abschlussprojekt Die Ordnung der Dinge setzt sich Volker Crone mit dem Drang des Menschen auseinander, die Welt und alles in ihr verstehen zu wollen. Im Fokus dieser Arbeit stehen aktuelle erkenntnisorientierte Wissenschaftsdisziplinen, von denen der Fotograf einige besucht hat, um ein Bild dieser Suche nach Erkenntnis zu zeichnen.

Fünf Jahre nachdem das erste zivile Rettungsschiff Kurs auf’s zentrale Mittelmeer nahm, zieht Chris Grodotzki in seiner Arbeit POS ein Zwischenfazit: Zwischen Held*innen-Pathos und Kriminalisierung, humanitärer Verantwortung und politischem Aktivismus erkundet der Fotograf die Häfen des Mittelmeeres als symbolische Schlachtfelder und besetzt sie als Orte der Reflexion.

In seiner Videoarbeit Iyabo setzt sich Dustin Weiss am Beispiel der parteilosen Oberbürgermeister-Kandidatin Iyabo Kaczmarek mit politischer Teilhabe auseinander und dokumentiert den Wahlkampfalltag und die auftretenden Schwierigkeiten, die eine Kandidatur ohne Partei mit sich bringt.

Marvin Ibo Güngör betrachtet in seiner Arbeit Berlin Exiles Exilanten und Exilantinnen und hat sich dafür in die deutsche Hauptstadt begeben, die mitunter als das „neue Damaskus“ bezeichnet wird. Er beschäftigt sich dabei mit den Herausforderungen und Lebenssituationen unterschiedlicher Exilant*innen, die aus politischen, kulturellen oder persönlichen Gründen nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren können.

In ihrer Arbeit Coalscapes begeben sich Lucas Wahl und Julius Schrank auf eine fotografische Reise in die deutschen Braunkohletagebaue. Aus der Vogelperspektive dokumentieren sie den jahrzehntelangen Raubbau an der Natur. Neben abstrakten Luftaufnahmen ermöglichen sie es dem Betrachter, mit Hilfe von Virtual Reality Technologie, in die Welt des schwarzen Goldes einzutauchen und ein Gefühl für Dimension und Bedeutung der Braunkohle zu bekommen.

Jeder Mensch besitzt die Freiheit das zu tun und der zu sein, der er sein möchte. In der Portraitserie Landed stellt Laura Ludwig Personen vor, die mit viel Energie und Leidenschaft einem fantastischen Hobby nachgehen: Live Action Role Play.

 

Jamal Ali, Musiker aus Aserbaidschan. Marvin Ibo Güngör hat sich für seine Arbeit Berlin Exiles in die deutsche Hauptstadt begeben, die mitunter als „Exil-Hauptstadt“ und das „neue Damaskus“ bezeichnet wird. In seiner Serie beschäftigt er sich dabei mit den Herausforderungen und Lebenssituationen unterschiedlicher Exilantinnen und Exilanten, die aus politischen, kulturellen oder persönlichen Gründen nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren können. Foto: Marvin Ibo Güngör

Foto: Marvin Ibo Güngör

Mohammad Ahmad unterstützt seine Frau Lourin bei den praktischen Fahrstunden. Der Syrer übt mit ihr das Schalten in die verschiedenen Gänge.

Foto: Anett Findklee

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Foto: Chris Grodotzki

Um etwas Abwechslung vom Alltag im Krankenhaus zu bekommen, geht Linda mit ihrem Bruder im Rollstuhl in der Stadt spazieren. Nach einem Schlaganfall mit Gehirnblutung, wird Oleg (46 Jahre) von seinen in Deutschland lebenden Halbschwestern in Russland gepflegt. In der Arbeit "Alles wird gut, Oleg" begleitet Fabian Fiechter die Geschwister und gibt einen intimen Einblick in die Herausforderung der Pflege von Angehörigen in einem Land mit ausgeprägt mangelndem Versorgungssystem. © Fabian Fiechter Alle Rechte vorbehalten , Veroeffentlichung nur gemäß meiner AGBs, Honorar, Urhebervermerk und Belegexemplar

Foto: Fabian Fiechter

Filmstill aus der Bachelorarbeit "Iyabo" von Dustin Weiss

Filmstill: Dustin Weiss

Horror Bunny landed on a railing

Foto: Laura Ludwig

MAX-PLANCK-INSTITUT FUER RADIOTELESKOPIE EFFELSBERG

Foto: Volker Crone