Past

»VGH Fotopreis 2020«

Ausstellung vom 25. Februar 2021 bis 21. März 2021

Foto: Elias Holzknecht

Der VGH Fotopreis 2020 geht an den Fotostudenten Elias Holzknecht. In seiner Arbeit »Schnee von morgen« beschäftigt sich Elias Holzknecht, der 1993 in Längenfeld, Österreich, geboren wurde, mit dem stetig wachsenden Mangel an Schnee, der der Tourismusbranche in den Alpen existenzielle Probleme bereitet. Als eine Folge des Klimawandels wird Schnee heute zunehmend von Menschen gemacht. Neueste Technologien ermöglichen es, natürliche Erfahrungen künstlich zu erzeugen und verwischen die Grenze zwischen Natur und Konstruktion. Elias Holzknechts Arbeit überzeugt durch eine konzeptionelle Herangehensweise, die auf umfassende Recherchen zurückgreift und die Komplexität des Themas in eine packende Visualität und Bildsprache zu überführen mag.

Der VGH Fotopreis ist mit 10.000 Euro bundesweit eine der höchstdotierten Auszeichnungen im Bereich Fotografie. Seit 2008 wird er ausschließlich unter den Studierenden des Studiengangs ‚Fotojournalismus und Dokumentarfotografie‘ der Hochschule Hannover (HsH) vergeben. Mit ihrer exklusiven Förderung unterstützt die VGH den international renommierten Studiengang, der über einen deutschlandweit einmaligen Schwerpunkt im Bereich des Fotojournalismus und der Dokumentarfotografie verfügt. Neben der Vermittlung klassischer, bildjournalistischer Bildsprachen richtet sich der Fokus des Studiengangs auf aktuelle Perspektiven des Dokumentarischen und eine zukünftige Praxis bildjournalistischer Visualisierungen.

„Wir freuen uns sehr über das langjährige Engagement der VGH für unseren Studiengang, das uns die Möglichkeit gibt, die hervorragende Arbeit unserer Studierenden über die Grenzen der Hochschule hinaus publik zu machen und finanziell zu fördern“, sagt Prof. Dr. Karen Fromm, Professorin des Studiengangs und Koordinatorin des VGH Fotopreises.

Eine lobende Erwähnung für ihre Arbeiten erhielten als Finalist*innen des Juryprozesses:

 

Valentin Goppel »allá, en la pampa«

Barbara Haas »Resting Farmers«

Wilma Leskowitsch und Fabian Fiechter »Alles wird gut Oleg«

Axel Javier Sulzbacher »Cheran, Dorf des Wiederstands«

Angelina Vernetti »Smile Effekt«

 

Insgesamt haben sich 33 Studierende mit unterschiedlichsten Themen und Erzählstilen um den Preis beworben. Mit der Verleihung des Preises ist eine Ausstellung der Preisträger-Arbeit sowie der Finalist*innen des Juryprozesses in der GAF–Galerie für Fotografie verbunden. Eine den aktuellen Coronaregelungen angepasste Preisverleihung des VGH-Fotopreises findet am Mittwoch, den 9. Dezember 2020, um 19 Uhr in den Räumen der GAF–Galerie für Fotografie in Hannover statt. Parallel wird die Veranstaltung live auf dem YouTube-Kanal des Lumix Festivals gestreamt.

Die Fachjury, die über die Vergabe des VGH Fotopreises 2020 entschieden hat, bestand aus Thorsten Gerke, Bildredaktion des SPIEGEL; Lara Huck, Bildredaktion DIE ZEIT; Lars Lindemann, Fotochef von GEO; Barbara Stauss, Bildredaktion mare und Reporter ohne Grenzen; Michael Thomas, Cheffotograf der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung; Andreas Trampe, ehemaliger Leiter der Bildredaktion des STERN; Prof. Dr. Karen Fromm, Studiengang Fotojournalismus und Dokumentarfotografie und einer Vertreterin der VGH. Als Gewinner des VGH-Fotopreises erhält Elias Holzknecht ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro.

„Als Jury freuen wir uns, mit den Finalistinnen und Finalisten des diesjährigen VGH-Fotopreises eine große Bandbreite an Themen und fotografischen Stilen berücksichtigen zu können. Über die Güte von Elias Holzknechts Arbeit ›Schnee von morgen‹ herrschte große Einigkeit. Bei unserem diesjährigen Gewinner gefiel uns das relevante Thema über den Schnee und sein Wegbleiben im Grenzbereich zwischen Natur und Konstruktion. Die Arbeit erzählt fundiert und in vielen Facetten davon. Die Bilder überzeugen inhaltlich und ästhetisch, sowohl als Einzelbilder als auch als Ganzes“, so Barbara Stauss, Bildredaktion mare und Reporter ohne Grenzen.

 

Aus der Arbeit „allá, en la pampa“ von Valentin Goppel, unter den Finalist*innen des VGH-Preis 2020.

Aus der Arbeit „allá, en la pampa“ von Valentin Goppel.

Aus der Arbeit „Resting Farmers“ von Barbara Haas, unter den Finalist*innen des VGH-Preis 2020.

Aus der Arbeit „Resting Farmers“ von Barbara Haas.

Aus der Arbeit „Alles wird gut Oleg“ von Wilma Leskowitsch und Fabian Fiechter, unter den Finalist*innen des VGH-Preis 2020.

Aus der Arbeit „Alles wird gut Oleg“ von Wilma Leskowitsch und Fabian Fiechter.

Aus der Arbeit „Cheran, Dorf des Wiederstands“, von Axel Javier Sulzbacher, unter den Finalist*innen des VGH-Preis 2020.

Aus der Arbeit „Cheran, Dorf des Wiederstands“, von Axel Javier Sulzbacher.

Aus der Arbeit „Smile Effect“, unter den Finalist*innen des VGH-Fotopreis 2020.

Aus der Arbeit „Smile Effect“, von Angelina Vernetti.

Past

Hahnemühle Student Photography Competition 2019

Ausstellung vom 22. Oktober - 29. November 2020

Foto: Jan A. Staiger & Daniel Niedermeier

Der erste internationale Hahnemühle Fotografie-Award richtete sich an Nachwuchsfotograf*innen, die an Hochschulen und Universitäten weltweit studieren, um uns ihre Welt visuell vorstellbar zu machen und über ebendiese in Bildern nachzudenken.

Mit jeweils fünf Fotografien reichten mehr als 700 Fotograf*innen aus über 50 Ländern ihre Arbeiten ein. Nach einem Vorentscheid über 50 Finalist*innen zeichnete die international renommierte Jury, bestehend aus Fotograf*innen, Fotojournalist*innen, Galerist*innen und weiteren erfahrenen Expert*innen der Fotoindustrie, drei Gewinnerarbeiten aus. Die Gewinner*innen und Honorable Mentions des Awards sind nun für sechs Wochen in der hannoverschen Galerie für Fotografie zu sehen.

1.Platz | »simili modo« | Jan A. Staiger & Daniel Niedermeier

Das deutsche Fotografenduo Jan A. Staiger und Daniel Niedermeier  überzeugte die Jury mit einem starken theoretischen Ansatz und der herausragenden künstlerischen Umsetzung. In ihrer konzeptionellen Arbeit »simili modo« entführen uns die Fotografen in vom Menschen erschaffene Scheinwelten. Sie irritieren, regen zum hinterfragen an, lassen ein gesellschaftliches Streben erahnen und greifen gleichzeitig die Grenzen und Möglichkeiten des fotografischen Mediums auf. „Die Umsetzung der Idee ist ausgesprochen gut gelungen. Informationen werden auf verschiedenen Ebenen transportiert und auch handwerklich ist »simili modo« eine herausragende Arbeit, die hervorragend fotografiert und gedruckt ist“,  urteilte die Jury des Awards.

Staiger_Niedermeier_simili_modo_04Foto: Jan A. Staiger & Daniel Niedermeier

2.Platz | »The two parallel« | Karina Bikbulatova

Ebenso überzeugte die Fotoserie »The two parallel« von Karina Bikbulatova  aus Russland. Sie erzählt die Geschichte zweier Schwestern, die von ihrem Vater verstoßen wurden und nicht wissen, dass sie miteinander verwandt sind. Sie führen zwei komplett unterschiedliche Leben, treffen sich jedoch einmal im Jahr für einen Tag, um etwas zu unternehmen. „Die Geschichte ist faszinierend und zeigt große Sensibilität und Sanftmut. Jedes Bild hat einen anderen Aufbau und dennoch sind alle Bilder sehr gut miteinander verbunden. Die Komposition der Serie ist ausgesprochen kreativ.“,  sagte die Jury. Die skulpturhaften, gar monumentalen Bilder seien wunderschön fotografiert.

4Foto: Karina Bikbulatova

3.Platz | »of suddenly growing up« | Tamara Eckhardt

Mit ihrer Arbeit »of suddenly growing up« nimmt uns die deutsche Fotografin Tamara Eckhardt  mit in den Berliner Stadtteil Marzahn-Hellersdorf. Hier trifft Sie junge Mütter und erzählt uns auf beeindruckend gefühlvolle und empathische Art- und Weise von den intensiven Lebensrealitäten der jungen Frauen. Die zarten Portraits strahlen ruhig und lassen uns melancholisch am Alltag der Mütter teilhaben. Die Jury war zudem von der fotografischen Umsetzung beeindruckt: „Die Bilder sind wunderbar ausgeleuchtet und bedienen sich einer ungewöhnlichen Farbpalette, die die empathische Wirkung gut transportiert und verstärkt. Einfach gut fotografiert.“.

WEBFoto: Tamara Eckhardt

Des Weiteren wurde die Arbeit »Lost Paradise« von Farnaz Damnabi mit einer lobenswerten Erwähnung ausgezeichnet. Die iranische Fotografin thematisiert in ihrer Arbeit die Unsichtbarkeit von weiblicher Identität innerhalb patriarchalischer Gesellschaftsstrukturen.

IMG_5920Foto: Farnaz Damnabi

Past

Schöne neue Welt

Jürgen Strasser Ausstellung vom 03. September - 11. Oktober 2020

Fotos: Jürgen Strasser

»Wer auch immer glaubt, dass Gewinnen nicht alles ist, der kennt Dubai nicht«. Dieser Stadtmarketing-Slogan begrüßt Besucher*innen bereits bei ihrer Ankunft am Flughafen. Dubai ist eine von insgesamt zehn Megastädten, die der Fotograf Jürgen Strasser seit 2013 zum Teil mehrfach bereist hat. Die Ausstellung »Schöne neue Welt« in der Galerie für Fotografie (GAF) in Hannovers Eisfabrik geht ab dem 3. September dem Phänomen der neuen wuchernden Metropolen nach. Sie richtet den Blick auf steingewordenen Fortschrittsglauben, auf die scheinbar immer gleichen Hochhausfassaden und Verkehrsnetze, aber auch auf die Visionen menschenwürdigen Massenwohnungsbaus.

Bangkok, Dubai, Hongkong, Kairo, Mumbai, Shanghai, Tokio – die Megastädte dieser Welt beeindrucken durch ihre kaum fassbaren Dimensionen und ihr scheinbar ungebremstes Wachstum. Diese und andere gigantische Städte sind dichte, instabile Bewegungsräume, die ihren Bewohner*innen und Besucher*innen immer neue Formen der Wahrnehmung, Orientierung und Anpassung abverlangen. Doch verschwinden die Bewohner*innen dieser Städte in den architektonischen Strukturen, die in erster Linie darauf angelegt sind, Menschenmassen unterzubringen, aber dem Lebensort kein charakteristisches Gesicht verleihen.

Schon 1516 stellte Thomas Morus in seinem Werk »Utopia« fest: »Wer eine kennt, kennt die anderen alle, so ähnlich sind sie untereinander, sofern nicht der Charakter der Örtlichkeit eine Änderung bedingt«. Und fast wörtlich verweist 2011 der renommierte niederländische Architekt Rem Koolhaas in einem Spiegel-Interview auf die »Generic City – Stadt ohne Eigenschaften«: »Diese unheimliche Vertrautheit. Als wäre man schon einmal dort  gewesen. War man aber nicht. Es sind all die vertrauten Bausteine, die immer wieder neu zusammengestellt werden.«

Der in Wiesbaden und Worpswede lebende Fotograf Jürgen Strasser spürt in seinen Fotografien der »Schönen neuen Welt nach.« In konzentrierter Form zeugen seine Stadtlandschaften von den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbrüchen der wachsenden Weltbevölkerung und der stetigen Urbanisierung. Strassers Bilder führen vor, wie austauschbar und wenig ortstypisch Städteplanung in unserer Gegenwart ist und wie der Mensch in diesen gigantischen Stadtmaschinen in seiner Individualität immer weniger eine Rolle spielt.

Strasser richtet seinen grafisch geschulten Blick auf Strukturen, Flächen, Linien, Muster, Raster sowie auf die vertikale und horizontale Ausdehnung moderner Stadtarchitektur. In seinen Aufnahmen spitzt er die Wirklichkeit bewusst zu, überzeichnet, poetisiert und illustriert – eine eher objektive Bestandsaufnahme von Urbanität verwandelt sich in subjektive Bildwelten und lässt damit gleichzeitig Raum für die persönliche Wahrnehmung der Betrachter*innen.

»Diese Städteaufnahmen sind nicht vordergründige Zivilisationskritik oder Fortschrittsanklage. Der Betrachter darf sich von der Wucht der abgebildeten städteplanerischen und architektonischen Statements mitgenommen fühlen und aus seiner Wahrnehmung heraus eine Haltung entwickeln,« (Dr. Rainer Beßling, Kunstkritiker und Kulturjournalist, Syke)

©JürgenStrasser_Tokio

©JürgenStrasser_Shanghai

©JürgenStrasser_Kairo

©JürgenStrasser_Hongkong

©JürgenStrasser_Dubai

©JürgenStrasser_Bangkok