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Common Grounds

Vernissage am 28. Juni 2017 um 19 Uhr Ausstellung vom 29. Juni - 09. Juli 2017

Foto: Christoph Kellner

»Common Grounds«. Bachelorarbeiten 2017|2 des Studiengangs Fotojournalismus und Dokumentarfotografie

Die Abschlussarbeiten der Bachelorabsolventen im Studiengang Fotojournalismus und Dokumentarfotografie der Hochschule Hannover im Sommersemester 2017 demonstrieren nicht nur thematisch, sondern auch in den unterschiedlichen fotografischen Ansätzen das breite Spektrum an erzählenswerten Geschichten.

Gemeinsam ist vielen der Arbeiten eine ausgesprochene Internationalität – die Schauplätze reichen von Vietnam und den Philippinen über Indien und Südafrika bis nach Alaska. Im Vordergrund stehen oft gesellschaftliche Phänomene, aber auch soziokulturelle und naturwissenschaftliche Themen finden sich wieder und erzählen dem Betrachter in ausdrucksstarken Bildern vom Menschen und seiner Umwelt.

Die Arbeit »precious blossom« der Fotografin Emine Akbaba handelt von der zunehmenden Gewalt gegen Frauen in der Türkei, die sowohl in der Anzahl, wie auch in ihrer Brutalität ständig zunimmt. Sie konfrontiert den Betrachter auch mit den Morden an türkischen Frauen, die sich gegen Missbrauch auflehnen und nach mehr Unabhängigkeit streben.

Christoph Kellner dokumentiert das zeitgenössische Alltagsleben junger Tibeter im indischen Exil. Im Vordergrund steht dabei die Suche nach Identität, zwischenBewahrung der Tradition und der Anpassung an einen globalen Lebensstil.

Corinna Guthknecht portraitiert in »Ndithanda ukudanisa – I like to dance« den Weg junger Balletttänzer in südafrikanischen Townships. Der Einsatz der Tanzlehrer geht dabei weit über das Übliche hinaus. So sind sie oft engste Vertraute, Englischlehrer, Coaches und Ersatzeltern in einer Person. In den Ballettschulen bekommen die Kinder zu Essen, ein Zuhause, eine Identität und eine Lebensperspektive.

Suhwa Lee dokumentiert die aktuelle gesellschaftliche Problematik der »Kopinos« auf den Philippinen. »Kopino« ist eine diskriminierende Bezeichnung für ein Kind mit einem koreanischen Vater und einer philippinischen Mutter (aus dem Englischen: Korean and Filipino=Kopino). Ohne die Unterstützung und den Unterhalt der Väter müssen die Mütter ihre Kinder in der Obhut anderer Familienmitglieder zurücklassen, um ausreichend Geld verdienen zu können.

Philipp von Ditfurth fotografiert für seine Reportage »Up in Smoke« das Wechselspiel zwischen Klimawandel und Waldbränden in der borealen Zone Alaskas. Dieser Waldgürtel, der sich unterhalb des Polarkreises um die Nordhalbkugel zieht, ist von den klimatischen Veränderungen besonders stark betroffen. Intensive Portraits und eindrucksvolle Landschaftspanoramen ergänzen die Reportagebilder.

Alina Emrich untersucht in der dokumentarischen und inszenierten Arbeit »Ê-Or the woman I want to be« die Rolle der Frau in Vietnam. Mit ihrer Arbeit gewährt sie uns einen Einblick in das Leben vietnamesischer Single-Frauen, sowohl aus der Kriegs-, als auch aus der jungen selbstbestimmten Generation. Sie zeigt die Erfahrungen und Beweggründe der alleinlebenden Frauen in Fotografie und Bewegtbild.

In seinem Fotoprojekt »Der fernste Nachbar« möchte sich Öncü Hrant Gültekin mit der Frage nach der Heimat und der Identitätssuche ausgewanderter Armenier auseinandersetzen.

Unter dem Arbeitstitel »Automobil« erkundet Andreas Graf die Beziehung der Deutschen zu ihren Autos und den damit verbundenen soziokulturellen Konzepten. Gebrauchsgegenstand für den Einen, Statussymbol für den Anderen und nicht zuletzt auch Broterwerb für hunderttausende Arbeitnehmer – die Beziehung der Deutschen zu ihrem »liebsten Kind« ist von Vielfalt getragen.

Die Galerie ist während der gesamten Ausstellungsdauer täglich von 12 bis 18 Uhr geöffnet.

Kopino auf den PhilippinenFoto: Suhwa Lee

CGuthknecht_ILikeToDanceFoto:Corinna Guthknecht

oncuhrantgultekinFoto:  Öncü Hrant Gültekin

emine akbaba_preciousblossom_Foto: Emine Akbaba

bachelor_andreasgraf_autoFoto: Andreas Graf

Vietnam, Hanoi, A man selling love ballons near Hoam Kiem Lake, The picture is part of the project Single Women in Vietnam, 22.01.2017, (c) Alina EmrichFoto:Alina Emrich

001_20170506_Philipp.von.Ditfurth_Pressebild_Up.In.Smoke_HiResFoto: Philipp von Ditfurth

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IMAGES IN CONFLICT – Bilder im Konflikt

Vernissage am 17. Mai 2017 um 19:30 Uhr Ausstellung vom 18. Mai - 18. Juni 2017

Foto: Christoph Bangert, from the series “War Porn”, 2014 © Christoph Bangert

 

Wir leben in einer visuell geprägten Kultur. Fotografische und filmische Bilder informieren und beeinflussen uns; sie formen unseren Blick auf die Welt und unser Verständnis von Krisen und Konflikten. Doch Bilder stehen auch im Widerspruch zueinander. Sie erreichen uns über verschiedene Kanäle und vermitteln disparate Botschaften. Wir zweifeln an ihrer Echtheit und hinterfragen ihre Wirksamkeit.

Wie lässt sich in unserer medialisierten Welt auf Kriege und Konflikte blicken? Wie kann Wahrheit aus den verschiedenen Perspektiven der beteiligten Akteure sichtbar gemacht werden? Wie müssen die „Bildermacher“ dieser Tage erzählen, um eine Öffentlichkeit zu erreichen?

Die Ausstellung „Images in Conflict“ betrachtet diese Fragen aus der Sicht zeitgenössischer Fotograf_innen und Künstler_innen, die nach Formen der Auseinandersetzung jenseits der aktuellen Berichterstattung suchen. In ihren Arbeiten nehmen sie die sich wandelnden Funktionen von fotografischen und filmischen Bildern in Krisen- und Konfliktsituationen in den Blick und thematisieren die Rolle der Medien in den verschiedenen Bereichen der Kriegsführung.

 

Ausstellende:

Dona Abboud, Christoph Bangert, Edmund Clark, Harun Farocki, Ziyah Gafić, Dirk Gieselmann / Armin Smailovic, Tim Hetherington

 

Parallel zur Ausstellung findet am 17. und 18. Mai 2017 ein Symposium mit zahlreichen international renommierten Gästen statt. Vortragende sind u.a.: Adam Broomberg & Oliver Chanarin, Emma Daly, Santiago Lyon, Stephen Mayes, Geert van Kesteren, Donovan Wylie sowie einige der ausstellenden Fotograf_innen und Künstler_innen.

Die Ausstellung und das Symposium bilden den Auftakt zu einer Reihe mit dem Titel „Image Matters“, die der Studiengang „Fotojournalismus und Dokumentarfotografie“ der Hochschule Hannover als eine Diskursplattform initiiert, die Fragestellungen aus der fotografischen Bildpraxis und Diskurse der Bild- und Fototheorie sowie der Visual und Cultural Studies in einen Dialog bringen soll.

Veranstaltungsort des Symposiums ist das Auditorium in der Hochschule Hannover, Expo Plaza 2, 30539 Hannover. Der Eintritt ist frei.

 

 

www.image-matters-discourse.de

www.fotostudenten.de

02. Edmund Clark, from the series “Letters to Omar” © Edmund ClarkEdmund Clark, from the series “Letters to Omar” © Edmund Clark

03. Ziyah Gafić, from the series „Quest for Identity“, 2010 © Ziyah GafićZiyah Gafić, from the series „Quest for Identity“, 2010 © Ziyah Gafić

04. Tim Hetherington, “Kim asleep at Outpost Restrepo”, Afghanistan 2008. From the video installation "Sleeping Soldiers" © Tim HetheringtonTim Hetherington, “Kim asleep at Outpost Restrepo”, Afghanistan 2008. From the video installation „Sleeping Soldiers“ © Tim Hetherington

05. Armin Smailovic, from the series “Atlas der Angst”, 2017 © Armin SmailovicArmin Smailovic, from the series “Atlas der Angst”, 2017 © Armin Smailovic

06. Harun Farocki, screenshot from "Serious Games 1, Watson is Down" © Harun Farocki 2010Harun Farocki, screenshot from „Serious Games 1, Watson is Down“ © Harun Farocki 2010

 

 

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ist doch so

Vernissage am 05. April 2017 um 19 Uhr Ausstellung vom 06. April - 07. Mai 2017

»ist doch so« nennt Frank Schinski seine Einzelausstellung mit mehr als 40 Farbfotografien in der Galerie für Fotografie. Der programmatische Titel steht für eine subtile, auf den ersten Blick unspektakuläre Bildsprache, die der Fotograf mit Projekten wie »Weltgericht«, »Transit Stills« oder »Der erste Arbeitstag« entwickelt hat: Weder resignierendes »Ist halt so« angesichts einer zunehmend komplexen und krisenhaften Alltagsrealität, noch allzu selbstgewisser »So ist das!«—Zugriff jener klassischen Reportagefotografie, die mit Schnappschüssen und Schlüsselmomenten alles zu erklären versucht. Schinski dagegen, der nach einer Maurerlehre den Studiengang Fotojournalismus und Dokumentarfotografie an der FH Hannover absolvierte, reflektiert mit seinem Stil die prägende Erfahrung, »dass beim Fotografieren die Welt sich mir erklärt.«

Bereiche, die dem öffentlichen Blick verschlossen bleiben – das Fließband bei VW, die Umkleidekabine eines Fußballvereins oder eine Schauspielergarderobe im Festspielhaus – erkundet der Fotograf als unauffällig teilnehmender Beobachter. Mit der Kamera tastet sich Schinski, an das Wesentliche alltäglicher Situationen heran: Haltung und Mentalität der zumeist anonymen Protagonisten, aber auch Stimmung und Atmosphäre menschenleerer Räume. So tritt an die Stelle fortlaufender Bilderzählungen und thematisch abgeschlossener Reportagen der Foto-Essay als work in progress: Einzelbilder, die in formal stringenter Komposition und mit ästhetisch raffiniert gesetzten Farben inszeniert wirken, die damit ihren Status als Fotodokumente dementieren – und eben deshalb den Blick zurücklenken auf eine Realität, die es immer wieder neu zu entdecken gilt.

Die Auswahl der Fotografien stammt u.a. aus seiner viel beachteten Diplomarbeit »Vom Aufhören«, Autorenaufträgen für »Die Zeit« und freien Projekt-Arbeiten.

Frank Schinski, 1975 in Prenzlau geboren und in einem kleinen Dorf nahe der polnischen Grenze aufgewachsen, ist Mitglied des Fotografenkollektivs »Ostkreuz«. Er lebt und arbeitet in Hannover, u.a. für Zeitschriften wie Geo, Stern oder Focus und für Wirtschaftsunternehmen.

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