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Im Pott

Brigitte Kraemer Ausstellung vom 05. Mai - 12. Juni 2022

Die Nähe zum Menschen war schon immer das, was Brigitte Kraemer interessierte und da war ihr das Ruhrgebiet, aus dem sie stammt und dessen Sprachkolorit die 67-jährige bis heute nicht abgelegt hat, als Arbeitsfeld viel gelegener als andere, vielleicht fotogenere Gegenden. Denn hier kennt sie sich aus und hier fühlt sie sich den Menschen nahe, die sie  fotografiert.

Und noch eines kam ihr bei der Konzentration auf das Ruhrgebiet entgegen. Im Ruhrgebiet aber, wo sich die Orte mit ihren insgesamt 5,1 Millionen Einwohnern aneinander  drängen wie Urlauber am Badestrand, da gibt es so viele Museen, Galerien, Kommunen, Kultureinrichtungen, Stiftungen usw., dass Sie immer Abnehmer für ihre zumeist frei produzierten und selbstgewählten Themen findet.

Man kann die Art und Weise, mit der Brigitte Kraemer ihre Bilder fotografiert, mit Fug und Recht »klassisch« nennen. Zumeist mit der Leica aufgenommen und einem 35mm-Objektiv. Und immer nahe dran, gemeint im doppelten Sinn der Worte. Dabei ist ihre Nähe zu den Protagonisten aber nicht nur eine Frage räumlicher Distanz, sondern vor allem emotionaler Verbundenheit. In ihren Bildern wird deutlich was Annie Leibowitz meinte, als sie sagte: »Fotografie ist eine Liebesaffäre mit dem Leben.« Und das fotografiert Brigitte Kraemer, wo es sich anbietet, auch mit einem Augenzwinkern.

So entstanden ihre bekanntesten Arbeiten wie Mann und Auto, Am Kanal, Die Bude oder Camper im Ruhrgebiet, von denen Bilder in der GAF gezeigt werden. In ihnen gelingt ihr eine treffende Visualisierung der Menschen im Pott.

Brigitte Kraemer hat an der Folkwangschule für Gestaltung, Gesamthochschule Essen im Studiengang Visuelle Kommunikation studiert, u.a. bei Willy Fleckaus (Layout) und Angela Neuke (Fotografie). Von 1983 bis 1991 war sie mit Michael Wolf, Wolfgang Staiger und Marc Izikowitz Gesellschafterin der Fotografenagentur »Antrazit«. Seit 1982 ist sie als freie Fotografin im Ruhrgebiet tätig. In ihrem langen Berufsleben erhielt sie für ihre Arbeiten zahlreiche Auszeichnungen, u.a. zwei LeadAwards in Gold und Silber für die stern-Reportage »Auf ein neues Leben« im Jahre 2005 und für »Mann und Auto« den Fotobuchpreis 2008.

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Absolut Cuba

Raúl Cañibano Ausstellung vom 17. Februar - 20. März 2022

Für den normalen Besuch während der Öffnungszeiten gilt bei uns aufgrund der Verordnung des Landes die 2G-Regelung inkl. (FFP 2-)Maskenpflicht.

Max. 30 Person gleichzeitig in der Galerie

Dem Enthusiasmus des österreichischen Verlages Edition Lammerhuber können wir uneingeschränkt zustimmen, der die fotografische Arbeit »Absolut Cuba« von Raúl Cañibano im letzten Jahr verlegte und wie folgt ankündigte: »Die ultimative Liebeserklärung von Raúl Cañibano – einem der begnadetsten Fotografen Lateinamerikas – an seine Heimat Kuba! Bilder von Tradition, Glück, Tragödie und Magie: Schöner, klüger, sinnlicher und besser kann man das Lebensgefühl der größten Insel der Karibik nicht fotografieren.« Folglich erschien das Buch auch in der Verlagsreihe »Visual Poetry« des schon mehrfach mit dem FEP European Book Prize of the Year ausgezeichneten Verlages.

Jetzt zeigen wir den Fotografen erstmalig in einer Ausstellung in Hannover.

1961 in Havanna geboren, arbeitete er erst als Schweißer in der zivilen Luftfahrt, ehe er seine Leidenschaft für die Fotografie entwickelte. Mittlerweile wurden seine Arbeiten weltweit ausgestellt, darunter in der Casa de las Americas in Madrid, im Royal National Theatre in London, beim Arles Festival in Frankreich, dem Nordic Light International Festival of Photography in Norwegen, im Frankston Arts Centre in Australien und in den New Yorker Galerien Robert Mann und Throckmorton Fine Art.

Cañibano überwältigt den Betrachter mit seinem besonderen Blick, selbst da, wo scheinbar schon alles bekannt ist. Im ganz normalen Alltag des urbanen Lebens gewinnt er den Motiven eine Magie ab, die oft ins Surreale geht. Das macht ihn zu einem der herausragendsten Fotografen Lateinamerikas und knüpft auf visuelle Art an die Literatur des magischen Realismus von Márquez und an die Malerei Frida Kahlos an.

Sein Werkblock »Tierra Guajira« ist die Würdigung des kubanischen Bauern. »Meine Absicht ist es, eine Lebensweise zu dokumentieren, die im Laufe der Jahre verblassen könnte, sowie die Veränderungen, die sich im Zuge der gesellschaftlichen Entwicklung ergeben«, sagt er über diese Arbeit. »Was ich erreichen möchte, ist, den Edelmut, die Vertrautheit und die Freundlichkeit der kubanischen Bauern einzufangen.« Das fotografiert er ohne Sentimentalität und Melodrama, aber mit einer gewissen Art von Ergriffenheit. Und daneben hat seine Arbeit auch einen anthropologischen Charakter, da er Leben und Bräuche dokumentiert, die mit der Entwicklung Kubas verloren gehen könnten. Nach Meinung der spanischen Kuratorin Mabel Llevat schafft es Raul Cañibano, »den Geist der kubanischen Nation in seinen Fotos festzuhalten, ihr Glück und gleichzeitig ihre Tragödien, ihre Traditionen und Sitten«. Und die 2011 verstorbene Kunsthistorikerin und Museumsdirektorin Erika Billeter sagte über seine Kuba-Bilder, »Er betrachtet die Wirklichkeit hinter Dunst und Schleiern und als Schattenfigur. Das macht den unwiderstehlichen Zauber dieser Fotografien aus.«

Gemeinsam mit Bildern aus den Serien »Ciudad«, »Fe por San Lázaro« und »Ocaso« lässt uns Raúl Cañibano das Herz und die Seele Kubas auf sinnliche Weise spüren. Seine Bilder sind Identitätsstiftend und wahrhaftig. Sie sind auch ein Bekenntnis Cañibanos zu seiner Heimat, das deutlicher nicht sein: „Kuba ist ein fantastisches Land für Dokumentarfotografie und jeden Tag danke ich Gott für mein Leben…aber nur, wenn ich für immer in Kuba leben kann.“ Eine einzigartige Liebeserklärung eines außergewöhnlichen Fotografen und Menschen.

002_T-001-Chambas-2017

007_T-009-Playita-de-Cajobabo-2005

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ZWISCHENZEIT

Absolvent*innen des Studiengangs Fotojournalismus und Dokumentarfotografie der HS Hannover Ausstellung vom 27. Januar - 06. Februar 2022

TÄGLICH GEÖFFNET von 12-18 Uhr

Zwischen dem Gefühl einer neuen Normalität und dem drohenden Verlust von wiedergewonnenen Freiheiten, heißt es urplötzlich wieder Luftanhalten.

Noch einmal werden die Absolvent*innen des Studiengangs Fotojournalismus und Dokumentarfotografie vor die Herausforderung gestellt, bei anhaltender Unordnung von Richtlinien und Beschränkungen ihre Geschichten zu erzählen. 3G, 2G, 2G+ oder lieber gar nicht hingehen? Während alles wieder herunterfährt, heißt es den Antrieb nicht verlieren. Noch einmal Zähne zusammenbeißen und weiterhin gemeinsam Fragen stellen. Denn wozu brauchen wir eigentlich Klimaarchive? Warum spendet man seinen Körper nach dem Tod? Wie fühlen sich Seeleute, die die Hälfte ihres Lebens auf dem Meer verbringen? Warum haben manche Menschen permanent Angst? Was bleibt von der polnischen Demokratie?

Und überhaupt, was ist das für eine Zeit?

In »Kein festes Land« dokumentiert Camilla Ackermann den noch heute existierenden Torfabbau bis hin zu wiedervernässten und renaturierten Mooren.Camilla-Ackermann_Kein-festes-Land-05

Die Suche nach Uran spielte gerade im Kalten Krieg für den Atombombenbau eine wichtige Rolle. In Anne Werners »Was bleibt- Das Erbe der Wismut« werden die Folgen des Menschen- und Umwelt zerstörenden Raubbaus im Erzgebirge gezeigt.Werner-2

Die Arbeit »Am Anfang steht der Tod« von Julia Bellack beschäftigt sich mit dem Thema Körperspende zum Zwecke der medizinischen Ausbildung.Julia-Bellack---Am-Anfang-steht-der-Tod

Gino Dambrowski geht in seiner Arbeit »Die Beschissenheit der Dinge« der Frage nach, was es bedeutet als Arbeiterkind in einer strukturell schwachen Region geboren zu sein.unbenannt

In seiner Arbeit »Knurren der See« geht Niklas Grüter der Frage nach, wie sich Arbeitsbedingungen, Heimweh und die aktuelle Pandemie auf das Leben und Arbeiten von Seeleuten auswirkt.Niklas_Grüter_BA_Das_Knurren_der_See_Pressefoto_300dpi-2

Jan Richard Heinicke beschäftigt sich in »Past is Now« mit der Arbeit von Paläoklimatologen, die durch Klimaarchive das Klima der Vergangenheit untersuchen und uns helfen die Erde besser zu verstehen.Heinicke_Past_is_Now_2

Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland. In der Arbeit »There is no Peace in Silence« untersucht Teresa Halbreiter übersteigerte Ängste, ihre individuellen Auslöser und Auswirkungen.TeresaHalbreiter_BA_Angst2

In seiner Reportage aus Zentralafrika erzählt Lando Hass über die vom Tier auf den Menschen übertragbaren Infektionskrankheiten, wie auch COVID-19, die über die letzten Jahre stark zunahmen._S8A4763

Nicole Heinsohn erzählt mit »Cafetera« die persönlichen Geschichten von vier Frauen aus dem kolumbianischen Kaffee Business. Sie alle sind Vorreiterinnen in den Bereichen Gleichberechtigung, Nachhaltigkeit und fairen Arbeitsbedingungen.NICOLE_HEINSOHN_CAFETERA_2

Der Mühlenberger Canarisweg ist ein Problemviertel und das Zuhause von 1100 Menschen aus über 50 Nationen. Katrin Kutter begleitet in ihrer Arbeit »Sag niemandem, wo Du wohnst!« Menschen in dem sozialen Brennpunkt Hannovers.Bachelorarbeit Katrin Kutter „Canarisweg“ Foto: Katrin Kutter

Eine Hafenrundfahrt der etwas anderen Art: Der Fotograf besucht Menschen, die für uns die Waren aus Übersee in Empfang nehmen. Daniel Nide beleuchtet in seiner Reportage anhand verschiedener Berufe schlaglichtartig den Strukturwandel im Hamburger Hafen.Nide_BA+Hafen+gr+Vorauswahl_WEB+(9+von+96)

Mit seiner Arbeit »Echte Männer mögen keine süßen Feigen« begibt sich René Lohse auf die Suche nach der Komplexität der Bedeutung von Männlichkeit(en). Dabei lässt er die Frage der sexuellen Identität bewusst offen, um die eigene Wahrnehmung beim Betrachten zu hinterfragen.René-Lohse-1

Unter dem Vorwand der Erneuerung hat die Regierungspartei PiS in den vergangenen Jahren die polnische Demokratie Stück für Stück dekonstruiert. Agata Szymanska-Medina spürt in ihrem Projekt der Zerlegung der Rechtsstaatlichkeit nach und nimmt diejenigen in den Blick, die sie verteidigen.01_Good-Change_A.Szymanska-Medina-_J5A1106

Das Projekt »10 Punkte?«  bringt ein halbes Jahr lang Einblicke in das Handball-Bundesliga-Team des TVB Stuttgart. Die Fotodokumentation von Tom Weller, die als multimediales Projekt veröffentlicht wird, begleitet das Team zwischen Sieg, Niederlage, Freude, Leid, Pessimismus und Zuversicht.Weller_02

Der Anarchismus steht als soziale und politische Ideologie dem Kapitalismus gegenüber und strebt ein gleichberechtigtes, solidarisches, herrschaftsloses Miteinander innerhalb der Gesellschaft an. Tom Zelger untersucht in seiner Arbeit »Beyond Chaos«, was sich hinter dieser Ideologie verbirgt.blokes-fantasma---barcelona

Mutter Russland war einst für ihre strengen Winter gefürchtet. Der Klimawandel geht jedoch auch an ihr nicht spurlos vorbei. Maximilian von Lachner begibt sich mit »Wenn Mutter nicht mehr friert« auf eine dokumentarische Spurensuche in die Zukunft eines riesigen Landes.WennMutterNichtMehrFriert_X6Alyosha_MaximilianVonLachner