Allgemein

Facing Britain

Britische Dokumentarfotografie seit den 1960er Jahren Eröffnung am 19. Oktober 2022 Ausstellung vom 20. Oktober - 27. November 2022

Foto: Martin Parr

Eröffnung am 19. Oktober um 19 Uhr

Die fulminante Bilderschau »Facing Britain« zeigt einen facettenreichen Blick auf die britische Insel und ihre sozialen und kulturellen Eigenarten. Neben so banalen wie kurios-sympathischen Alltagsszenen, werden den Betrachtern auch politisch brisante Ereignisse vor Augen geführt: Ascot trifft auf Belfast, der Falkland-Krieg auf intime Momente in britischen Wohnzimmern, hippe Banker auf verzweifelte Arbeiter. Wo die Grenzen des Dokumentarischen verschwimmen, treten Aspekte der künstlerischen oder Porträt-Fotografie zu Tage.

Mit »Facing Britain« konfrontiert uns Kurator Ralph Goertz, der schon zahlreiche bemerkenswerte Fotoausstellungen kuratiert hat, mit dem Antlitz einer vielteiligen Nation, die allen Gräben zum Trotz von Zuneigung, Menschlichkeit und Humor geprägt ist. Die Ausstellung ruft dabei in Erinnerung, was das Vereinigte Königreich seit seinem ersten Beitrittsgesuch zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft im Jahr 1963 bis zu seinem Austritt aus der EU bewegte. Obwohl in der GAF nur ein Ausschnitt mit über 100 Bildern zu sehen ist, offeriert die Ausstellung mit Fotografien von Martin Parr, David Hurn, Ken Grant, Barry Lewis, Marketa Luskacova, Peter Mitchell, Kevin O’Farrell, Homer Sykes u.a. einen spannenden Überblick über Großbritanniens Dokumentarfotografie und Sozialgeschichte. Die ausgestellten Fotograf*innen richteten ihre Objektive auf soziale Ungleichheit und die britische Zwei-Klassen-Gesellschaft, auf Probleme von Identität, Rassismus, Migration, Jugendarbeitslosigkeit und Brexit.

»Beeindruckende Gruppenschau!« schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung. »Atemberaubende Dokumentarfotos des britischen Lebens in der Ausstellung Facing Britain«, urteilte das The Sunday Times Magazine. Und der Kunstwissenschaftler Klaus Honnef schreib in der PHOTONEWS: »Facing Britain liefert viele Facetten des Britischseins, und damit einen bezeichnenden Widerschein der markanten Traditionen, Mentalitäten und Gewohnheiten der Bewohner. Engländer, Schotten, Waliser – und Migranten. Die Ausstellung fasst zugleich die tiefen Widersprüche und heftigen Konflikte der britischen Gesellschaft in prägnante Bilder. Wunderbare Ausstellung.«

Die GAF ist die erste Fotogalerie, in der die hochklassige Ausstellung präsentiert wird. Bislang war sie lediglich in Museen zu sehen, wie dem Museum Goch, der Kunsthalle Darmstadt, dem Mönchehaus Museum Goslar und dem Museum for Photography Krakow.

Peter Mitchell_Mr. & Mrs. Hudson. Wedsneday 14 August 74. 11 a.m. Seacroft Green, Leeds

Peter Mitchell_Mr. & Mrs. Hudson. Wedsneday 14 August 74. 11 a.m. Seacroft Green, Leeds

Epsom Downs, Surrey. 1970 Top hat and tails, cloth cap and pipe, its Derby Day. Londoners down for a day at the races, enjoy an alfresco picnic in the car park, sheltered from the breeze and warm in the sun, they lean up against a returning race goers Jaguar.

Homer Sykes:  Epsom Downs, Surrey. 1970 Top hat and tails, cloth cap and pipe, its Derby Day.

 

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Fortunes are being made that are in line with the dreams of avarice. Business 1987 (c) Anna Fox

RUC armed Landrovers escort Northern Ireland football supporters to a match at Linfield, against Wales. Belfast 1978-9

Kevin O`Ferrel: RUC armed Landrovers escort Northern Ireland football supporters to a match at Linfield, against Wales. Belfast 1978-9

I can help, 1986-88 (c) Paul Reas

Paul Reas: I can help, 1986-88

G.B. WALES. Bargoed. Junior Wales ballroom dancing championships. 1973

David Hurn: G.B. WALES. Bargoed. Junior Wales ballroom dancing championships. 1973

Past

Flussgeschichten

Jasper Bastian | Giulio Di Sturco | Martin Friedrich | Mikolaj Nowacki | Tamina-Florentine Zuch Ausstellung vom 01. September - 09. Oktober 2022

Foto: Mikolaj Nowacki

Eröffnung am 31. August um 19 Uhr

Geschichten über Flüsse haben schon immer einen großen Reiz auf FotografInnen ausgeübt. Ihrem Roten Faden folgen, das verheißt Begegnungen und immer wieder neue Bilder. Je länger der Fluss,  desto abwechslungsreicher in der Regel die ihn umsäumenden Landschaften, urbanisiert oder naturbelassen.

Flüsse waren schon immer Lebensadern, eigentlich unabhängig davon, wie breit und lang sie sind. Und wie Albert Schweitzer schon richtig sagte: Auch die großen Flüsse brauchen die kleinen Wasser.

Flüsse boten den  frühen Siedlern frisches Wasser, Nahrung, einen Transportweg und oft auch Schutz, denn von der Flussseite waren sie nicht leicht anzugreifen. Heute sind die großen Flüsse wie die Oder, die Wolga oder der Ganges vor allem wichtige Transportwege ökonomischer und imperialer Macht und sie schaffen Verbindungen. Aber egal, an welchem Fluss man steht, Leine oder Elbe, sie befördern immer auch unser Fernweh, bergen Mythen, erzählen Geschichten und versprechen Abenteuer.

Weil die Flüsse dieser Welt so unterschiedlich sind, zeigen wir in dieser Ausstellung die Arbeiten von 5 Fotografen und einer Fotografin. Sie stammen aus China, Italien, Polen und Deutschland. Ihre Flussgeschichten sind so unterschiedlich fotografiert, wie es die 6 Flüsse sind, ihre Protagonisten.

Nur 295 Kilometer lang ist die Isar und sie ist in ihrem ganzen  Lauf nicht schiffbar. Der Fotograf Martin Friedrich hat sie über mehrere Jahre hinweg mit einer Großbildkamera und analog als reines Landschaftsthema fotografiert.

10 Jahre lang hat der italienische Fotograf Giulio Di Sturco den Ganges für sein Projekt »Ganga Ma« auf einer Länge von 2.500 Kilometer in großformatigen Bildern analog fotografiert.  Der Fluss bildet die Lebensgrundlage für 400 Millionen Menschen, die an seinen Ufern leben. Die Vergiftung des Flusses und der gesunkene Wasserstand bedrohen ihr Leben. Basierend auf den Traditionen der Dokumentarfotograf bemüht sich Di Sturco in seiner Bildsprache, die durch eine ganz eigene Farbigkeit der Ganges-Bilder dominiert wird, darum, eine Mischung von Realität und Fiktion zu erreichen.

Die Fotografin Tamina-Florentine Zuch hat für den stern mit der Reporterin Bettina Sengling fast die gesamte Wolga bereist, den längsten Fluss Europas (3.500 Kilometer). Dabei hat sie von Kamelzüchtern über Fischern bis zu den Computernerds in Innopolis, einer Zukunftsstadt, das enorm unterschiedliche Leben am Strom in wunderbaren Bildern fotografiert.

In einer abwechslungsreichen Mischung aus Landschaften, Portraits und szenischen Bildern hat der deutsch-amerikanische Fotograf Jasper Bastian in seiner Arbeit »Across the River« den Fluss Ibar fotografiert, der die nord-kosovoische Stadt Mitrovica seit 22 Jahren nicht nur geografisch teilt. Seitdem ist der Fluss für viele Albaner als auch Serben aus Angst eine unüberbrückbare Grenze geworden.

Mit enorm impressiven Farbfotografien, die dem Fluss eine ganz besondere Ästhetik verleihen, hat der polnische Fotograf Mikolaj Nowackis Polens größten Fluss, die Oder, fotografiert. Dazu hat er ein wunderbares Buch veröffentlicht, das polnische National Georgraphic hat seine Geschichte publiziert und sein Oder-Essay wurde in mehreren internationalen Galerien und Museen gezeigt.

 

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Bild: Wolga, Tamina Florentine Zuch

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Bild: Wolga, Tamina Florentine Zuch

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Bild: Oder, Mikolaj Nowacki

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Bild: Oder, Mikolaj Nowacki

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Bild: Isar, Martin Friedrich

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Bild: Ganga Ma, Giulio Di Sturco

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Bild: Across the River, Jasper Bastian

Past

Von den Spuren einer Suche

Abschlussarbeiten des Studiengangs »Fotojournalismus und Dokumentarfotografie« der HS Hannover Ausstellung vom 23. Juni - 03. Juli 2022

Foto: Jan A. Staiger & Malte Uchtmann

Eröffnung am 22. Juni um 19 Uhr

Die Bachelorabsolvent*innen des Studiengangs Fotojournalismus und Dokumentarfotografie begeben sich in diesem Sommersemester auf Spurensuche und finden ganz individuelle Wege, die Spuren ihrer Suche im fotografischen Medium sichtbar zu machen.

So folgt Carsten Kalaschnikow mit seinem Projekt ‚Bakunawa‘ den Spuren vorkolonialer Mythen auf den Philippinen. Das Projekt ist eine Auseinandersetzung sowohl mit dem Fremden als auch mit dem Bekannten, denn die Mutter des Fotografen wurde auf den Philippinen geboren und sozialisiert.

Khalid Aziz spürt den Namen von WLANs (SSID) nach, um die Menschen dahinter zu finden und sie mithilfe eines Porträts und einer Fotografie aus ihrem persönlichen Wohnraum zu enträtseln.

Mit der Rückkehr zum Mond und den damit zusammenhängenden Forschungen beschäftigt sich Susanne Baumann. Im Zentrum ihres Projekts steht ein simulierter Mondaufenthalt, den die Fotografin als ‚Analog-Astronautin‘ begleiten durfte.

Jan Nasemann widmet sein Filmprojekt dem Prozess der Propriorezeption, die uns die Mobilität im Raum sichert und den wenig bekannten, aber lebensnotwendigen Sinn über die Lage des eigenen Körpers im Raum beschreibt.

Unter dem Titel ‚Der stille Himmel‘ geht Philip Bartz dem Verschwinden der Wildvögel nach. Hierzu dokumentiert er die Arbeit des Komitees gegen den Vogelmord, eines europaweit agierenden Vereins, der sich dem Schutz der Zugrouten von Zugvögeln verschrieben hat.

Gustav Lorenz begleitet eine Gruppe junger Erwachsener am äußersten Stadtrand von Freiburg auf ihrer Suche nach einer anderen Form des Zusammenlebens. Der Ort, den er findet, ist kein utopischer, der sich nie erreichen lässt, sondern vielmehr ein Sehnsuchtsort, der sich zwischen Idealen und gesellschaftlichen Anforderungen manifestiert.

In vielen Arbeiten wird ein Verschwimmen der Grenze zwischen Fiktion und Realität spürbar. So nimmt etwa das Gemeinschaftsprojekt ‚Das perfekte Verbrechen: Zur Ermordung der Realität‘ von Jan A. Staiger und Malte Uchtmann die Allgegenwärtigkeit des fiktiven Mords im deutschen Krimi zum Ausgangspunkt, um zu untersuchen, inwiefern vermeintliches Wissen über Kriminalität und Polizeiarbeit durch fiktionale Darstellungen entsteht.

 

Gezeigt werden Arbeiten von:

Khalid Aziz

Philip Bartz

Susanne Baumann

Carsten Kalaschnikow

Gustav Lorenz

Jan Nasemann

Jan A. Staiger

Malte Uchtmann