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Das Meer

Vernissage am 28. August 2019 um 19 Uhr Ausstellung vom 29. August - 06. Oktober 2019

Foto: Stefan Kröger

 

Die Galerie ist auch am 3. Oktober für Sie geöffnet!

Das Meer ist Sehnsuchtsort und Problemfeld zugleich. Wild, gewaltig und geheimnisvoll. Voll von Mysterien, Rätseln und Geschichten. Über die Jagd nach einem weißen Wal, dem alten Mann und das Meer oder die Schatzinsel. Es löst in uns die widersprüchlichsten Gefühle aus: Angst und Freude, Ruhe, Fernweh und Begeisterung. Politik, Wissenschaft und Kultur entdecken mehr und mehr den hohen Stellenwert des Lebensraumes Meer, der 71 Prozent der Erdoberfläche ausmacht, von den Tropen bis hin zu den Polargebieten.

Nahrung und Energie, Klimaveränderungen, Verschmutzung, Flüchtende und Welthandel sind nur einige der Stichworte, die andeuten, wie sehr das Geschehen auf den Meeren Einfluss auf das Leben der Menschheit hat. Viele dieser Entwicklungen bedrohen die Meere, ihre Bewohner und die Menschen, die am Meer und vom Meer leben. Dabei ist das Meer die Lebensgrundlage einer wachsenden Weltbevölkerung. Weltweit decken 2,9 Milliarden Menschen 20 Prozent ihres Proteinbedarfs durch Fisch. Und das Klima auf der Erde wird im Wesentlichen von der Wechselwirkung zwischen Atmosphäre und Ozean bestimmt. Ohne das Meer können wir auf diesem Planeten nicht überleben.

Über Jahrhunderte hinweg haben die Arbeiter des Meeres, wie Victor Hugo sie in seinem gleichnamigen Roman nannte, das Leben an den Küsten der Meere geprägt. Mit Ihrer Arbeit und ihrer Kultur. Aber die Verschmutzung und Erwärmung des Meeres und der industrielle Fischfang entzieht den Fischern, Muschel- und Seetangsammlern allmählich die Lebensgrundlage. Alte Kulturen sterben aus. Heute bestimmt mehr und mehr der Tourismus das Leben in den Küstenorten.

In Kooperation mit der Zeitschrift mare, die im April 1997 das erste Mal erschien und seitdem für ihre Texte, Fotos und Grafik zahlreiche Auszeichnungen erhielt, widmet die Fotogalerie GAF eine Ausstellung dem Meer. Seiner Schönheit, seiner Bedrohung, seinen Kulturen, seinen Menschen. Zwölf Fotografinnen und Fotografen thematisieren ganz unterschiedlich in ihren Geschichten das Meer. In einer inhaltlichen Vielfalt, die der Breite des Themas Rechnung tragen soll, soweit es die räumlichen Möglichkeiten der GAF zulassen.

Die russische Fotografin Evgenia Arbugaeva hat in »Es war einmal in Sibirien« ihre sibirische Heimat am Rande des Nordpolarmeeres auf ungemein poetische Weise fotografiert. Die Wellenbilder des australischen Fotografen Ray Collins, veröffentlicht in der mare-Geschichte »Bilder die Wellen schlagen«, gleichen Skulpturen. Der Niederländer Jan Hoek persifliert in »Fake Pirates« die verzweifelte Suche westlicher Journalisten nach wirklichen Piraten. In »Watt für ein Vergnügen« zeigt der deutsche Fotograf Florian Manz das Duhner Wattrennen. Dem Fotografenpaar Heidi & Hans-Jürgen Koch ist es in »König des Eises« gelungen, Eisbären auf nie dagewesene Weise in Zoos zu fotografieren. »Strandvolks Begehren« der russischen Fotografin Oksana Yushko ist eine knallbunte Darstellung des Strandlebens am Schwarzen Meer. Die deutsche Fotografin Stefanie Silber hat in »Ein Sommer auf Süderoog« das stille Leben auf einer Hallig portraitiert. Der Italiener Massimo Berruti beschreibt in »Leben unmöglich« das Problem in Gaza Stadt, wo Salzwasser in das Grundwasser einsickert und die Trinkwasserversorgung gefährdet. »Der Bittgang« des deutschen Fotografen Martin Kim ist eine Auseinandersetzung mit dem Missbrauch von Inuit-Kindern durch katholische Priester in Alaska. Der Däne Joachim Ladefoged hat für seine Reportage »La Poile« den Alltag der Kabeljaufischer in Kanada fotografiert. »Der Pfuhl von Rio« ist die Geschichte des Italieners Dario De Dominicis über die Verschmutzung der Küste vor der brasilianischen Metropole. Für das »Kap der Ozeanografen« hat der deutsche Fotograf Stefan Kröger das renommierte Meeres-Forschungsinstitut Woods Hole an der Ostküste der USA besucht.

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Foto: Heidi & Hans-Jürgen Koch

 

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Foto: Evgenia Arbugaeva

 

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Foto:  Joachim Ladefoged

Men propose to be photographed by the sea with exotic animals like camel, crocodile and others. Azov sea, Fedotov spit, Ukraine, 2009. Photo by Oksana Yushko.

Foto: Oksana Yushko

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Foto: Florian Manz

 

Deutschland, Schleswig-Holstein, Hallig Süderoog, 2015 - Ein Sommer auf Süderoog Von wegen Stille. Ringelgänse, Knutts und Austernfischer schnattern Tag und Nacht. Wenn sich einer der riesigen Schwärme in den Himmel erhebt, wird es besonders laut. So wissen Nele Wree und Holger Spreer, dass sie mit ihren Schafen doch nicht ganz allein sind, so mitten im Meer. Seit über einem Jahr lebt das junge Paar in der Nordsee, im einzigen Haus auf Hallig Süderoog. »Kaum jemand dachte wohl, dass wir bleiben würden« erzählt Nele Wree lachend. »Aber wir haben jede Menge Pläne. Zum Erhalt alter Nutztierrassen züchten wir das Coburger Fuchsschaf und haben einen Antrag auf Anerkennung als Arche-Hof gestellt.« Als Angestellte des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz ist ihre Hauptaufgabe der Erhalt der 60 ha Halligland, die heute Vogelschutzgebiet sind und dem Land Schleswig-Holstein gehören. Blick von der Warft. FOTO: Stefanie Silber / HS HANNOVER BFO-108-01

Foto: Stefanie Silber

 

Aus: Mare no.85, April/Mai 2011. „Der Bittgang“ von Martin Lukas Kim.

Foto: Martin Lukas Kim

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Foto: Jan Hoek

 

Gaza, Apr 2015: Two students are chilling on the seaside after their annual exam at school. Sea water is heavily polluted due to the high rate of raw sewage outlets discharging directly to the sea.

Foto: Massimo Berruti

 

 

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Bergwelten

Peter Mathis Ausstellung vom 18. Juli - 18. August 2019

Bizarre Bergketten in feinsten Graustufen, Nebelschwaden, die ihre Umgebung auflösen und einen letzten Blick auf einen wuchtigen Gipfel freigeben, oder die gewaltige Lichtdramaturgie der Natur beim Aufziehen von Extremwetterlagen. Szenen wie diese hält der österreichische Fotograf Peter Mathis in seinen klassischen Schwarz-Weiß-Fotografien von Bergwelten mit der Kamera fest. Dabei geht es ihm um das Festhalten des einen, flüchtigen Augenblicks, der seinen Bergwelten jene Magie verleiht, die häufig der Einmaligkeit des Lichtes zu verdanken ist. Verbindet sich dieses magische Licht dann noch mit exzellenter Komposition und herausragender Printtechnik, dann entstehen Bilder, die weit über die bloße Abbildung von Natur hinausgehen. In ihrer Majestätik und Schönheit werden die steinernen Monumente in den Fotos auch zu einem Mahnmal für uns, den Betrachter. Denn mit dem Anwachsen des Bergtourismus sind die Bergwelten von den Alpen bis zum Himalaya stark gefährdet. Zu sehr haben Menschen dort bereits ihre Spuren hinterlassen.

Richtiger Standpunkt, richtige Perspektive und frühes Licht sind einige der Zutaten, aus denen in Peter Mathis Fotografien ausmachen. Mathis jahrzehntelange Erfahrungen im hochalpinen Bereich erlauben es ihm, bei fast jedem Wetter, in einsame Regionen der alpinen Welt vorzudringen. Oft steigt er schon den Tag vorher auf Skiern in den Berg, übernachtet im Zelt und ist bereit, wenn das früheste Morgenlicht ein einmaliges Bild offenbart. »Das ist wie Schatzsuche«, sagt er, »man weiß, was man sucht, findet aber manchmal etwas völlig anderes.« Den Einblick in das Naturschauspiel in ferner Höhe reduziert er auf den Bereich zwischen reinem Schwarz und reinem Weiß und lässt dadurch eine Welt entstehen, die sich aus klaren Linien, Formen, Kontrasten und dem nuancenreichen Spiel von hell-dunkel zusammensetzt. Dieser virtuose Umgang mit dem Medium verleiht den Bergen in seinen Bildern jene Erhabenheit, die ihre Größe und Einmaligkeit erkennen lässt.

Peter Mathis, geb. 1961, arbeitet seit 1986 als Fotograf. Die Leidenschaft für Extremsportarten verband er schon früh mit seiner fotografischen Profession. Für seine Outdoor- und Sportfotografie wurde er international bekannt. Seit 2009 widmet er sich verstärkt der Landschaftsfotografie. Die Auslotung der Gesetzmäßigkeiten der Schwarz-Weiß-Fotografie steht dabei im Mittelpunkt seines Schaffens. Für Seine Arbeiten erhielt er u.a. den Hasselblad Master und den Master of European Photography. Peter Mathis lebt und arbeitet in Hohenems in Österreich.

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dreizehnzeigen

Vernissage am 25. Juni 2019 um 19 Uhr Ausstellung vom 26. Juni - 07. Juli 2019

Foto: Paul Lehr

TÄGLICH von 12-18 Uhr geöffnet!

»dreizehnzeigen«. Bachelorarbeiten 2019|2 des Studiengangs Fotojournalismus und Dokumentarfotografie

Die Bachelorausstellung 2019|2 zeigt dreizehn Arbeiten in unterschiedlichen Erzählformen: Dokumentarfilme, Fotobücher, dokumentarische Serien und Reportagen. In ihrer Vielfältigkeit und Bandbreite haben alle Projekte eine Gemeinsamkeit: sie erzählen eine Geschichte, die eng mit dem Menschen und dessen Lebensweise verbunden ist.

Cora Sundmacher beschäftigt sich in ihrer Abschlussarbeit mit dem Alltag der Patient*innen in der Psychiatrie Wunstorf. Mit ihrer Arbeit möchte sie der Stigmatisierung und Tabuisierung von psychischer Krankheit und Psychiatrien entgegenwirken.

Marcel Wogram’s Abschlussarbeit »The Days Of The Crayfish« setzt sich mit einer Identitätssuche im Bundesland Bayern auseinander und findet seinen Fokus zwischen langjähriger Tradition und aktuellem Fortschritt.

In ihrem Dokumentarfilm »Barcelona – Madrid« begleitet Claudia Levetzow vier Katalanen auf eine Demonstration nach Madrid, auf der sie sich für die Freilassung der katalanischen Politiker und Aktivisten einsetzen wollen, die wegen Rebellion, Aufruhr und Veruntreuung öffentlicher Gelder angeklagt werden.

»Nicht Aufhören« lautet der Titel von Fabian Mondls Arbeit über die zweite Lebenshälfte in Deutschland. Ein spannender Einblick in das Leben von Menschen im Rentenalter und ihrem Drang nach Beschäftigung. Ein Thema zu einem aktuellen Diskurs.

In seiner Portraitserie »Großer Sport!« zeigt Jan Helge Petri individuelle Hobby-Sportler, die sehr unterschiedlich sind, aber eines verbindet: die Liebe zu ihrer Sportart.

Die Arbeit »Heartbeat of a Mango Tree« von China Hopson setzt sich mit dem Schicksal von Reggae-Veteranen auf Jamaika auseinander und zeigt in Form von Portraits und essayistischen Aufnahmen ihre persönliche Sicht auf das Land, dessen Musik im November 2018 von UNESCO zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt wurde.

Florian Thoss setzt sich in seiner Arbeit »éadóchas« mit Nordirlands steigender Suizidrate auseinander. Dabei fokussierte er sich dabei auf den Stadtbezirk North Belfast.

In der Nacht fotografierte Niklas Grapatin unter der Sternbrücke in Hamburg. Hier ist eine Parallelwelt entstanden, wie sie in der Stadt kaum noch zu finden ist. Ein Ort der Realitätsflucht und Unberechenbarkeit, der vor dem Untergang steht. Wie sieht ein Ort, der normalerweise mit Menschen überfüllt ist, ohne diese aus?

Die Arbeit „»Insel der Stille« beschäftigt sich mit der Suche nach eigener Identität und führt Kateryna Kostyrko in leerstehende Freibäder während der Winterpause. Eine andere Sicht auf den bekanntesten öffentlichen Ort im Sommer mit einem Hauch Melancholie und Sehnsucht.

Die Abschlussarbeit »in bloom« von Paul Lehr ist eine fotografische Annäherung an unterschiedliche Männlichkeitsideale im Kontext des senegalesischen Ringens in Dakar. Sie wirft Fragen im Hinblick auf Körperlichkeit, Inszenierung und Intimität auf.

Florian Manz begleitet in seinem Film die junge Frau Hazel, die im Hambacher Forst einen Baum besetzt und für den Erhalt unserer Natur kämpft.

Das Fotobuch »Still Here« von Vivian Rutsch erzählt auf persönliche Weise von den ungeklärten Todesfällen und sexuellem Missbrauch in ihrer Familie.

In seiner Arbeit »Paradies« versucht Lukas Kreibig das dunkle Kapitel seiner Jugend als Schulverweigerer aufzuarbeiten. Er geht nach Jahren des Verdrängens zu den Orten und Geschehnissen dieser Episode. In diesem Prozess der Konfrontation kombiniert er emotionale und abstrakte Fotografie mit alten Dokumenten und Bildern und lässt uns tief in die innere Gefühlswelt dieser für ihn schwierigen Zeit blicken.

Langeweile, ausharren und sich die Zeit vertreiben bis etwas passiert sind Alltäglichkeiten auf der Akutstation 10.1 in der Psychiatrie Wunstorf. Manchmal sitzen Patient*innen stundenlang herum ohne etwas zu tun. Foto: Cora Sundmacher

Foto: Florian Manz

Foto: China Hopson

Foto: Fabian Mondl

Foto: Florian Thoss

Foto: Niklas Grapatin

Vivian_rutsch04Foto: Vivian Rutsch