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»VGH Fotopreis 2022«

Ausstellung vom 08. Dezember - 15. Januar 2023

Foto: Valentin Goppel

Die GAF ist geschlossen an folgenden Tagen :

Heiligabend  (24. Dezember),  1. Weihnachtsfeiertag (25. Dezember), 2. Weihnachtsfeiertag (26.Dezember) und Silvester (31. Dezember), Neujahr (01. Januar 2023) 

Valentin Goppel gewinnt den diesjährigen VGH Fotopreis. In seinem Projekt ›Zwischen den Jahren‹ beschäftigt sich der 22-jährige Fotografiestudent mit den Auswirkungen der Pandemie auf seine Generation.

„Als die Nachrichten zum ersten Mal vom Lockdown sprachen, war ich gerade zu Besuch bei meinen Eltern. Voller Aufregung über die verlängerten Ferien schrieb ich einen Zettel auf dem Küchentisch: ‚Unis sind zu, vielleicht bleibe ich noch ein paar Tage.‘ Doch die Freude hielt nicht lange an. Corona zog mir den Boden unter den Füßen weg“, so erzählt Valentin Goppel von seiner eigenen Erfahrung zu Beginn der Pandemie.

Mittlerweile, zweieinhalb Jahre später, ist Valentin Goppel in kollaborativer Zusammenarbeit mit seinen Freund*innen und Bekannten ein fotografisches Projekt gelungen, das den Stillstand, den die Pandemie mit sich gebracht hat, das diffuse Gefühl des Verlorenseins der jungen Generation und deren gleichzeitige, vorsichtige Suche nach Lebendigkeit spürbar werden lässt. Valentin Goppel findet Bilder für diesen Schwebezustand, die in ihrer Ambivalenz aus dokumentierendem Beobachten und inszenatorischem Erinnern eine Emotionalität zum Ausdruck bringen, die vielen Visualisierungen der Corona-Pandemie fehlt. ›Zwischen den Jahren‹ zeigt uns eine neue Facette dieses Themas, dem wir eigentlich alle schon so überdrüssig waren.

„Valentin Goppel hat in den letzten zweieinhalb Jahren eine realistische und variantenreiche Dokumentation des Lebensgefühls der jungen Generation während der Corona-Pandemie erstellt. Mit großer Sensibilität hat er den Ausnahmezustand im Lockdown in warmen, emphatischen und situativen Bildern festgehalten. Als Jury sind wir von der professionellen Umsetzung dieses gesellschaftlich wichtigen Themas überzeugt und haben deshalb mehrheitlich für Valentin Goppel als VGH Fotopreisträger 2022 gestimmt.“ So lautet das Fazit der hochkarätig besetzten Fachjury, die in diesem Jahr aus Henner Flohr, Leiter der F.A.Z.-Bildredaktion; Sophia Greiff, Autorin und Kuratorin für Fotografie; Lara Huck, Bildredaktion DIE ZEIT; Trixi Rossi, GEO-Bildredaktion; Barbara Stauss, Studio Stauss und Reporter ohne Grenzen; Andreas Trampe, Bildredaktion des Stern und einer Vertreterin der VGH bestand.

Der Fotopreis der VGH Versicherungen ist mit 10.000 Euro bundesweit eine der höchstdotierten Auszeichnungen im Bereich Fotografie. In diesem Jahr wird er bereits zum 15. Mal exklusiv unter den Studierenden des Studiengangs ‚Visual Journalism and Documentary Photography‘ (früher ‚Fotojournalismus und Dokumentarfotografie‘) der Hochschule Hannover (HsH) vergeben. Mit ihrer exklusiven Förderung unterstützen die VGH Versicherungen den international renommierten Studiengang, der über einen deutschlandweit einmaligen Schwerpunkt im Bereich des visuellen Journalismus und der Dokumentarfotografie verfügt. Ausgehend von den Medien Fotografie und Video vermittelt der Studiengang multidisziplinäre visuelle Kompetenzen. Im Fokus stehen dabei journalistische und dokumentarische Erzählweisen.

„Wir freuen uns sehr über die langjährige und vertrauensvolle Partnerschaft mit den VGH Versicherungen, deren großzügiges Engagement uns die Möglichkeit gibt, die hervorragende Arbeit unserer Studierenden über die Grenzen der Hochschule hinaus bekannt zu machen und finanziell zu unterstützen“, sagt Prof. Dr. Karen Fromm, Professorin des Studiengangs.

Insgesamt haben sich in diesem Jahr 32 Studierende um den Preis beworben. Die eingereichten Arbeiten überzeugten die Jury durch ihre hohe Qualität und die Vielfalt der Projekte und Herangehensweisen. Mit der Verleihung des Preises ist eine Ausstellung der Preisträgerarbeit sowie der Finalist*innen des Juryprozesses in der GAF–Galerie für Fotografie verbunden. Die Preisverleihung findet am Mittwoch, den 7. Dezember 2022, um 19 Uhr in den Räumen der GAF–Galerie für Fotografie in Hannover statt. Die Ausstellung wird vom 8. Dezember 2022 bis 15. Januar 2023 gezeigt.

Eine lobende Erwähnung für ihre Arbeiten erhielten als Finalist*innen des Juryprozesses:

Julia Bellack ›Am Anfang steht der Tod‹

Laila Sieber und Helena Lea Manhartsberger ›Wo man die Stille hören kann‹

Lasse Branding »Zeljezara«

Tim Wagner ›disruptive thinking‹

Neben dem Gewinner des diesjährigen VGH Fotopreises werden auch die Finalistinnen in der GAF Ausstellung zu sehen sein.

 

 

»Zwischen den Jahren« Valentin Goppel

»Zwischen den Jahren« Valentin Goppel

 

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Julia Bellack »Am Anfang steht der Tod«

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Lasse Branding »Zeljezara«

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Laila Sieber und Helena Lea Manhartsberger ›Wo man die Stille hören kann‹

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Tim Wagner ›disruptive thinking‹

 

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Facing Britain

Britische Dokumentarfotografie seit den 1960er Jahren Eröffnung am 19. Oktober 2022 Ausstellung vom 20. Oktober - 27. November 2022

Foto: Martin Parr

Eröffnung am 19. Oktober um 19 Uhr

Die fulminante Bilderschau »Facing Britain« zeigt einen facettenreichen Blick auf die britische Insel und ihre sozialen und kulturellen Eigenarten. Neben so banalen wie kurios-sympathischen Alltagsszenen, werden den Betrachtern auch politisch brisante Ereignisse vor Augen geführt: Ascot trifft auf Belfast, der Falkland-Krieg auf intime Momente in britischen Wohnzimmern, hippe Banker auf verzweifelte Arbeiter. Wo die Grenzen des Dokumentarischen verschwimmen, treten Aspekte der künstlerischen oder Porträt-Fotografie zu Tage.

Mit »Facing Britain« konfrontiert uns Kurator Ralph Goertz, der schon zahlreiche bemerkenswerte Fotoausstellungen kuratiert hat, mit dem Antlitz einer vielteiligen Nation, die allen Gräben zum Trotz von Zuneigung, Menschlichkeit und Humor geprägt ist. Die Ausstellung ruft dabei in Erinnerung, was das Vereinigte Königreich seit seinem ersten Beitrittsgesuch zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft im Jahr 1963 bis zu seinem Austritt aus der EU bewegte. Obwohl in der GAF nur ein Ausschnitt mit über 100 Bildern zu sehen ist, offeriert die Ausstellung mit Fotografien von Martin Parr, David Hurn, Ken Grant, Barry Lewis, Marketa Luskacova, Peter Mitchell, Kevin O’Farrell, Homer Sykes u.a. einen spannenden Überblick über Großbritanniens Dokumentarfotografie und Sozialgeschichte. Die ausgestellten Fotograf*innen richteten ihre Objektive auf soziale Ungleichheit und die britische Zwei-Klassen-Gesellschaft, auf Probleme von Identität, Rassismus, Migration, Jugendarbeitslosigkeit und Brexit.

»Beeindruckende Gruppenschau!« schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung. »Atemberaubende Dokumentarfotos des britischen Lebens in der Ausstellung Facing Britain«, urteilte das The Sunday Times Magazine. Und der Kunstwissenschaftler Klaus Honnef schreib in der PHOTONEWS: »Facing Britain liefert viele Facetten des Britischseins, und damit einen bezeichnenden Widerschein der markanten Traditionen, Mentalitäten und Gewohnheiten der Bewohner. Engländer, Schotten, Waliser – und Migranten. Die Ausstellung fasst zugleich die tiefen Widersprüche und heftigen Konflikte der britischen Gesellschaft in prägnante Bilder. Wunderbare Ausstellung.«

Die GAF ist die erste Fotogalerie, in der die hochklassige Ausstellung präsentiert wird. Bislang war sie lediglich in Museen zu sehen, wie dem Museum Goch, der Kunsthalle Darmstadt, dem Mönchehaus Museum Goslar und dem Museum for Photography Krakow.

Peter Mitchell_Mr. & Mrs. Hudson. Wedsneday 14 August 74. 11 a.m. Seacroft Green, Leeds

Peter Mitchell_Mr. & Mrs. Hudson. Wedsneday 14 August 74. 11 a.m. Seacroft Green, Leeds

Epsom Downs, Surrey. 1970 Top hat and tails, cloth cap and pipe, its Derby Day. Londoners down for a day at the races, enjoy an alfresco picnic in the car park, sheltered from the breeze and warm in the sun, they lean up against a returning race goers Jaguar.

Homer Sykes:  Epsom Downs, Surrey. 1970 Top hat and tails, cloth cap and pipe, its Derby Day.

 

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Fortunes are being made that are in line with the dreams of avarice. Business 1987 (c) Anna Fox

RUC armed Landrovers escort Northern Ireland football supporters to a match at Linfield, against Wales. Belfast 1978-9

Kevin O`Ferrel: RUC armed Landrovers escort Northern Ireland football supporters to a match at Linfield, against Wales. Belfast 1978-9

I can help, 1986-88 (c) Paul Reas

Paul Reas: I can help, 1986-88

G.B. WALES. Bargoed. Junior Wales ballroom dancing championships. 1973

David Hurn: G.B. WALES. Bargoed. Junior Wales ballroom dancing championships. 1973

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Flussgeschichten

Jasper Bastian | Giulio Di Sturco | Martin Friedrich | Mikolaj Nowacki | Tamina-Florentine Zuch Ausstellung vom 01. September - 09. Oktober 2022

Foto: Mikolaj Nowacki

Eröffnung am 31. August um 19 Uhr

Geschichten über Flüsse haben schon immer einen großen Reiz auf FotografInnen ausgeübt. Ihrem Roten Faden folgen, das verheißt Begegnungen und immer wieder neue Bilder. Je länger der Fluss,  desto abwechslungsreicher in der Regel die ihn umsäumenden Landschaften, urbanisiert oder naturbelassen.

Flüsse waren schon immer Lebensadern, eigentlich unabhängig davon, wie breit und lang sie sind. Und wie Albert Schweitzer schon richtig sagte: Auch die großen Flüsse brauchen die kleinen Wasser.

Flüsse boten den  frühen Siedlern frisches Wasser, Nahrung, einen Transportweg und oft auch Schutz, denn von der Flussseite waren sie nicht leicht anzugreifen. Heute sind die großen Flüsse wie die Oder, die Wolga oder der Ganges vor allem wichtige Transportwege ökonomischer und imperialer Macht und sie schaffen Verbindungen. Aber egal, an welchem Fluss man steht, Leine oder Elbe, sie befördern immer auch unser Fernweh, bergen Mythen, erzählen Geschichten und versprechen Abenteuer.

Weil die Flüsse dieser Welt so unterschiedlich sind, zeigen wir in dieser Ausstellung die Arbeiten von 5 Fotografen und einer Fotografin. Sie stammen aus China, Italien, Polen und Deutschland. Ihre Flussgeschichten sind so unterschiedlich fotografiert, wie es die 6 Flüsse sind, ihre Protagonisten.

Nur 295 Kilometer lang ist die Isar und sie ist in ihrem ganzen  Lauf nicht schiffbar. Der Fotograf Martin Friedrich hat sie über mehrere Jahre hinweg mit einer Großbildkamera und analog als reines Landschaftsthema fotografiert.

10 Jahre lang hat der italienische Fotograf Giulio Di Sturco den Ganges für sein Projekt »Ganga Ma« auf einer Länge von 2.500 Kilometer in großformatigen Bildern analog fotografiert.  Der Fluss bildet die Lebensgrundlage für 400 Millionen Menschen, die an seinen Ufern leben. Die Vergiftung des Flusses und der gesunkene Wasserstand bedrohen ihr Leben. Basierend auf den Traditionen der Dokumentarfotograf bemüht sich Di Sturco in seiner Bildsprache, die durch eine ganz eigene Farbigkeit der Ganges-Bilder dominiert wird, darum, eine Mischung von Realität und Fiktion zu erreichen.

Die Fotografin Tamina-Florentine Zuch hat für den stern mit der Reporterin Bettina Sengling fast die gesamte Wolga bereist, den längsten Fluss Europas (3.500 Kilometer). Dabei hat sie von Kamelzüchtern über Fischern bis zu den Computernerds in Innopolis, einer Zukunftsstadt, das enorm unterschiedliche Leben am Strom in wunderbaren Bildern fotografiert.

In einer abwechslungsreichen Mischung aus Landschaften, Portraits und szenischen Bildern hat der deutsch-amerikanische Fotograf Jasper Bastian in seiner Arbeit »Across the River« den Fluss Ibar fotografiert, der die nord-kosovoische Stadt Mitrovica seit 22 Jahren nicht nur geografisch teilt. Seitdem ist der Fluss für viele Albaner als auch Serben aus Angst eine unüberbrückbare Grenze geworden.

Mit enorm impressiven Farbfotografien, die dem Fluss eine ganz besondere Ästhetik verleihen, hat der polnische Fotograf Mikolaj Nowackis Polens größten Fluss, die Oder, fotografiert. Dazu hat er ein wunderbares Buch veröffentlicht, das polnische National Georgraphic hat seine Geschichte publiziert und sein Oder-Essay wurde in mehreren internationalen Galerien und Museen gezeigt.

 

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Bild: Wolga, Tamina Florentine Zuch

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Bild: Wolga, Tamina Florentine Zuch

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Bild: Oder, Mikolaj Nowacki

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Bild: Oder, Mikolaj Nowacki

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Bild: Isar, Martin Friedrich

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Bild: Ganga Ma, Giulio Di Sturco

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Bild: Across the River, Jasper Bastian