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An Tagen wie diesen

Vernissage am 25. Oktober 2017 um 19 Uhr Ausstellung vom 26. Oktober - 03. Dezember 2017

Hans-Jürgen Burkard, einer der großen deutschen Reportage-Fotografen, hat eine außergewöhnliche Deutschland-Reise unternommen: eine Reise, bei der ihm neue – und einige ältere – deutsche Liedertexte die Vorlage und der Assoziationsstoff für ein fotografisches Porträt deutscher Zustände und Befindlichkeiten waren. Die deutsche Popmusik, kritisch, ätzend, aber auch liebevoll und selbstbewusst: Was verrät sie über das Land, was zeigt sich in ihr? Hans-Jürgen Burkard hat Liedtexte wie „Mädchen von Kreuzberg“ von „Prinz Pi“, „Rotlichtmilieu“ von „Haftbefehl“, „Eppendorf“ von „Samy Deluxe“ oder „Hinterland“ von „Casper“ in große Bilder übersetzt: frei, schräg, verstörend, fröhlich, rätselhaft – und in jedem Fall großartig. 35 Jahre lang zunächst für GEO, dann für den Stern überwiegend im Ausland tätig, war es eine Heimkehr für Burkard. Mit einem dicken Stapel ausgedruckter Songtexte auf dem Beifahrersitz „erfuhr“ er im Sinne des Wortes auf Tausenden von Kilometern die Republik. Suchte dabei, inspiriert von der Musik, nach Stimmungen und Situationen, die zu ihr passten. Fand sie zwischen gestrandeten Walen an Dithmarschens Nordseeküste und dem urbayrischen Gäubodenfest in Straubing,  umflogen von Alpendohlen am Zugspitzgipfel und zwischen den Hinterlassenschaften der „Rock am Ring“-Besucher.  So entstand ein poetisches Deutschland-Bild von verzaubernder Kraft.

Pünktlich zur Ausstellung erscheint in der Edition Lammerhuber das Buch „An Tagen wie diesen“ mit Texten von Silke Müller und Peter-Matthias Gaede, das Hans-Jürgen Burkard anlässlich der Ausstellungseröffnung signieren wird.

Hans-Jürgen Burkard studierte Visuelle Kommunikation. Seit Ende der 1970er Jahre arbeitete er ausschließlich für GEO und wechselte 1989 für den STERN als akkreditierter Fotokorrespondent nach Moskau, wo er in der ehemaligen Sowjetunion viele preisgekrönte Reportagen fotografierte. Sie gelten als heraus ragende Beispiele des klassischen Fotojournalismus.

 

Zugspitze Touristen und Bergsteiger auf dem Weg zum Gipfelkreuz. Alpendohlen warten auf Futter

Zugspitze: Touristen und Bergsteiger auf dem Weg zum Gipfelkreuz. Alpendohlen warten auf Futter

Gestrandete Pottwale im Nationalpark Wattenmeer an der Nordseeküste im Dithmarscher Land

Gestrandete Pottwale im Nationalpark Wattenmeer an der Nordseeküste Dithmarschens

Karl Marx Monument in Chemnitz mit einer Punker Geburtstagsfeier

Punks feiern einen Geburtstag am Karl-Marx-Monument in Chemnitz

Weihnachtshaus bei Völklingen im Saarland

Weihnachtshaus bei Völklingen im Saarland

Union Berlin Stadion "Alte Försterei". Fans schauchen auf ihren eigenen Sofas die Fussbakkweltmeisterschaft 2014

Union-Berlin-Stadion „Alte Försterei“: Public-Viewing zur Fußballweltmeisterschaft 2014 auf den eigens mitgebrachten Sofas

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Quer zum Strom

Vernissage am 30. August 2017 um 19 Uhr Ausstellung vom 31. August - 08. Oktober 2017

»Quer zum Strom« lautet der Titel der Ausstellung des Hamburger Fotografen Jo Röttger nicht nur deshalb, weil eine seiner Landschaftsserien so heißt. Für die hat er zwei Jahre lang immer wieder von einem Standpunkt in Blankenese aus quer zum Strom über die Elbe hinweg in Richtung Finkenwerder Fotos gemacht. In seinen Bildern schippert gut ein Jahrhundert Schiffahrtsgeschichte an einem vorbei und so ziemlich alle Schiffstypen, die je eine Werft verlassen haben. Das allein ist schon faszinierend, aber einfach überwältigend ist die unentwegte Metamorphose des Flusses. Wetter und Jahreszeiten machen ihn zu einem Chamäleon, das je nach Gemütszustand sein Aussehen verändert.

Aber »Quer zum Strom« charakterisiert auch den Fotografen. Jo Röttger, 1954 geboren, hat bei Prof. Ulrich Mack in Dortmund studiert, wurde danach bald Vertragsfotograf des ZEITmagazins und prägte über Jahre hinweg die fotografische Marke des Magazins. Ebenso die des legendären Gruner+Jahr-Magazins Sports, das mit spannend fotografierten Hintergrundgeschichten um den Sport aufwartete. Auch seine inszenierten Portraits für das Managermagazin sorgten für Aufsehen und sie weckten das Interesse von Unternehmen. Als die Printmedien langsam den Weg in die Krise antraten, kam ihm dieses Interesse gerade recht und ebnete ihm den Weg zu Aufträgen für lukrative Geschäftsberichte. Doch der fotografische Querkopf und Überzeugungstäter Jo Röttger fotografierte neben Auftragsarbeiten immer wieder seine eigenen Themen, unabhängig davon, ob irgend ein Unternehmen, ein Verleger oder eine Redaktion daran Interesse signalisierte. Und er wechselte dabei auch immer wieder mal die fotografischen Genres. So entstand das Buch »Wilsons World« über den legendären Theatermacher Robert Wilson, die Serie »Quer zum Strom« und das Buch »Landscapes & Memory«. In großformatigen Tableaus hat Jo Röttger dafür die Bundeswehr bei Übungen und Manövern und bei ihrem Einsatz in Afghanistan fotografiert. Tatsächlich stellen sich bei Betrachtung der Bilder – und das war die Absicht des Fotografen – Parallelen ein zur Malerei der Romantik. Wo bei Caspar David Friedrich der Schäfer oder Wanderer das menschliche Zentrum seiner Gemälde bilden, sind es bei Röttger Soldaten in Uniform und Tarnverkleidungen, eingebettet in weite Landschaften und abgebildet in einer fotografischen Präzision, wie sie nur eine 5×8-Inch-Großformatkamera vom Schlage seiner hölzernen Deardorff liefert. Klein und fremd wirken die Soldaten in diesen Szenarien, als gehörten sie da eigentlich nicht hin.

Zu sehen sind in der GAF die Elblandschaften, Wilsons texanische Heimat aus »Wilsons World« und Landschafts-Tableaus aus »Landscapes & Memory«. Ein wenig aus dem Rahmen fallen die sehr persönlichen Bilder von Andrzej Wirth. DER TAGESSPIEGEL bezeichnete den polnisch-deutschen Theaterkritiker, Hochschulprofessor und Theaterwissenschaftler jüngst als »Berlins letzten Dandy«. Jo Röttger begleitete den neunzigjährigen Freund, der den Text zu seinem Wilson-Buch geschrieben hat, auf einer sentimentalen Reise in die Vergangenheit nach South Carolina, wo Wirth einst eine glückliche Zeit verbrachte. In diesen Fotos Röttgers mischen sich Portrait- und Landschaftsfotografie.

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Europe, germany, Hamburg, Blankenese, Strandweg, Elbe, Sitas Werft

USA, Texas, Wilson's World

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1.Afghanistan 018

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Europa, Deutschland, Berlin, ATW, 90ter Geburtstag,

USA, South Carolina, Pawleys Island,Pier 1, ATW,2017

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Amazonas

Vernissage am 19. Juli 2017 um 19 Uhr Ausstellung vom 20. Juli - 20. August 2017

Mit der ungeschönten und gleichzeitig poetischen Arbeit »AMAZONAS« nimmt der dänische Dokumentarfotograf Mads Nissen den Betrachter mit auf eine faszinierende und mysteriöse Reise tief in die Regenwälder Südamerikas. Seine fotografische Themenstellung umkreist Modernität und Tradition, menschliche Instinkte und Verlangen sowie verborgene Kulturen inmitten des wilden Dschungels.

Tief im größten Regenwald der Erde schließt er sich einer Familie der Chimane-Nomaden an, welche Gebiete fernab der Zivilisation durchwandern. Er lebt unter habgierigen Goldgräbern, die für Geld ihre Leben riskieren um es sogleich für Frauen und billigen Alkohol auszugeben. Im Herzen des Regenwaldes, von jeglichem Zugang abgeschnitten, findet er eine im Exil lebende homosexuelle Gemeinschaft, eine schwimmende Stadt auf dem gewaltigen Amazonas-Strom, ein unlängst abgestürztes Flugzeug. Waorani-, Huitoto- und Yanomami-Stämme, deren altertümliche Traditionen im Konflikt mit der zusehends drastischer eingreifenden Zivilisation stehen.

Mads Nissens fotografisches Werk konzentriert sich überwiegend auf Gesellschaftsfragen, Menschenrechtsverletzungen und unseren destruktiven Umgang mit der Natur. So reiste er im Anschluss an das Studium an der Danish School of Media and Journalism in Aarhus (DK) etwa nach China, um dort die humanen Folgen des enormen Wirtschaftsbooms zu dokumentieren. Mads Nissen arbeitet unter anderem für Time, Newsweek, Stern, Der Spiegel, GEO, The Guardian, Sunday Times und Internazionale. NGOs wie Ärzte ohne Grenzen (MSF), CARE und Human Rights Watch (HRW) gehören zu seinen Auftraggebern. Seine Arbeiten wurden bereits dreifach mit dem World Press Photo Award und sechsfach mit dem Picture of the Year (POYi) ausgezeichnet. Auch mit dem Danish Picture of the Year wurden seine Fotografien sechzehn Mal gewürdigt. Beim hannoverschen LUMIX Festival wurden seine Arbeiten ebenfalls gezeigt und 2016 war er als Gastredner in Hannover. Zurzeit unterrichtet Mads Nissen die internationale Klasse des Studiengangs Fotojournalismus und Dokumentarfotografie an der Hochschule Hannover. Mads Nissen ist Mitglied der Agentur Panos Pictures und wird von Prospekt Photographers (IT) und laif (DE) vertreten.

Venezuela, Río Casiquiare. Marks on a rock made due to the rising and falling waters of the river. The rock has been broken like this as long as anyone remembers.

Ecuador, Parque Nacional Yasuní - Zona Intangible, Bameno – pueblo indígena Waorani. A Waorani woman and man in front of a blanket picturing a lion.

Ecuador, Parque Nacional Yasuní - Zona Intangible, Bameno – pueblo indígena Waorani. A monkey who is tight with a robe, is hugging a domestic cat. On the dirt floor of a hut.

Colombia, KM.11 – pueblo indígena Huitoto. Giovany Morales floating in the river. The river is covered with small water plants. The small Huitoto village, KM.11, isolated in the southwest corner of Colombia’s jungle. The village got its name because it is located eleven kilometers outside the town of Leticia. The village before KM.11 is called KM.9 and the one after, KM.16. At KM. 32 the road dead-ends in the rainforest.

South Americas biggest illegal goldmine. Brazil, Garimpo Eldorado Do Juma. Alves do Silva is showing his gold teeth. Gold he found himself. He's been working as a garimpeiro for about 30 years. - - Eldorado do Juma was once covered by untouched rainforest; what is known as virgin rainforest. But the virgin was transformed into a mud hole of mine pits when a host of poor Brazilians arrived in the thousands. The first ones came in 2006, and since then primitive wooden houses, bars and brothels have been shooting up. At its peak, 3 to 400 kilos of gold were hosed up from the red soil every week. Back then there were approximately 8000 gold-diggers or garimpeiros as they are called in Brazil. Today, just a few years later, the output is about 10 kilos per week.