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Right here, right now

Vernissage am 11. April 2018 um 19 Uhr Ausstellung vom 12. April - 06. Mai 2018

Der Berliner Fotograf Maziar Moradi, Stipendiat des Fotostipendiums „Hannover Shots“ der HannoverStiftung, hat im vergangen Jahr in wiederholten, längeren Aufenthalten Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen, die in der niedersächsischen Landeshauptstadt leben, getroffen und in den Blick genommen. Seine Bestandsaufnahme wird unter dem Titel „Right here, right now“ präsentiert.

Die Ausstellung umfasst große Panoramen, inszenierte Szenen und klassische, dokumentarische Porträts. Die inszenierten Bilder zeigen individuelle Erlebnisse der Protagonisten. Viele wirken wie Filmstills, teils surreal, und fordern den Betrachter heraus, über die dargestellte Szene, ihr Davor und Danach nachzudenken: Was bedeutet etwa das Stethoskop im Innenfutter des Mantels eines jungen Mannes, was das Akkordeon in den Händen eines anderen? Tatsächlich sind viele der inszenierten Bildgegenstände ein Schlüssel zum Verständnis der Bilder und der Geschichten der hier Angekommenen: So war sein abgeschlossenes Medizinstudium alles, was der syrische junge Mann mit nach Deutschland brachte. Nach den notwendigen Prüfungen steht er nun vor seiner Approbation in Deutschland. Für den hochtalentierten Musiker aus Bosnien war das Akkordeon ursächliches Ticket nach Hannover, um an der Hochschule für Musik, Theater und Medien zu studieren. Aus finanziellen Gründen musste er sein Instrument nach seiner Ankunft verkaufen. Inzwischen unterrichtet er selber als Dozent an der Hannoveraner Musikhochschule und gibt international Konzerte.

In intensiven Gesprächen über die jeweiligen Erlebnisse, Hoffnungen und Träume, ergab sich für Maziar Moradi eine genaue Idee für ein Bild. Dann schlüpften die Porträtierten in die Hauptrolle ihrer eigenen Lebensgeschichte, wie sie Moradi jeweils destilliert und entworfen hat.

Daneben stehen eher dokumentarisch angelegte Arbeiten, an den Wohnorten, im Büro, mit Familienmitgliedern und während der Freizeitaktivitäten der Porträtierten gemacht. Einige der Fotografierten leben schon lange in Hannover und prägen etwa als Politiker und Vertreter verschiedener Organisationen das öffentliche und kulturelle Leben der niedersächsischen Landeshauptstadt.

Einige Bilder erzählen vom Ankommen oder versinnbildlichen den Austausch der Kulturen, als würde man „durch die Augen des anderen“ auf eine Situation schauen. Andere demonstrieren Freundschaft, einen starken Familienzusammenhalt oder das kreative Schaffen am Filmset und beim Unterrichten.

In gewissem Sinne sieht der Künstler seine Hannover-Serie als Fortsetzung und Endpunkt seiner bisherigen, hochgelobten Arbeiten über Integration: „1979“ (2007), „Ich werde deutsch“ (2008-2016) und „Ich werde deutsch – der Anfang“(2016/17). Das Thema habe er nun in verschiedenen Facetten beleuchtet: von der Ankunft in Heimen, die als Auffanglager und Transit-Zonen dienen, oder im Rückblick auf das Ankommen und „Deutsch-Werden“. Maziar Moradis Haltung geht über das Sensationelle und gleichzeitig ganz Normale der Herkunft hinaus. Der in Teheran geborene Künstler will nunmehr verstanden wissen, dass „wir angekommen sind und unser Leben hier leben, zusammen mit euch, »right here, right now«!“

Am Donnerstag, den 26. April 2018 findet um 19.00 Uhr ein Künstlergespräch mit Maziar Moradi und Prof. Roman Bezjak (Professor für Fotografie an der FH Bielefeld) statt.

www.maziar-moradi.com

Mohamed

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Laura

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Copacabana Palace

Vernissage am 14. Februar 2018 um 19 Uhr Ausstellung vom 15. Februar - 01. April 2018

„Das Paradies ist hier, die Hölle ist hier, Wahnsinn ist hier, Leidenschaft ist hier“. Die Aussage des brasilianischen Komponisten und Musikers Francis Himes über Rio de Janeiro wurde Peter Bauzas fotografisches Motto. Seine grandios einfühlsamen Bilder erzählen die Geschichten von Menschen, die in Copacabana Palace, diesem Moloch von „Wohnungsskeletten“ dennoch leben – „sem teto, sem terra“ – „ohne Dach und ohne Land“ –, von ihren alltäglichen Momenten der Freude und Trauer, von ihren Bedürfnissen und ihren Illusionen, aber auch von Schönheit und Stärke. Copacabana Palace lautet der sarkastische Nickname der in den 80er Jahren gebauten, aber niemals fertiggestellten Mittelstandsruine, dem das gleichnamige Luxushotel an der Copacabana unfreiwillig seinen Namen lieh. Knapp 60 Kilometer entfernt von Rio de Janeiro gelegen, ist ein typisches Beispiel für ein Leben, das von Millionen anderen Brasilianern unter den gleichen Umständen geteilt werden muss, während die Regierung eine ihrer schwersten politischen und wirtschaftlichen Krisen durchlebt und zugleich Milliarden für die Infrastruktur von weltweiten Sportevents ausgibt.

Etwa 300 Familien leben hier in sechs Häusern, insgesamt um die 1.000 Menschen, aber so genau weiss es niemand. Ohne fließendes Wasser, ohne richtiges Stromnetz und ärztliche Versorgung. Die Wohnungen sind feucht und haben keine Fenster und Türen. Überall stinkt es nach herumliegendem Müll.

In Peter Bauza´s vielfach preisgekrönter bildmächtiger Arbeit changiert die Welt des Copacabana Palace, die eigentlich ein Ort der Vorhölle ist, dennoch zwischen dem harten Kampf ums tägliche Dasein und der puren Lust aufs Leben. Mit seinen farbintensiven Bildern schafft es der Fotograf, keine reine Elendsgeschichte zu erzählen, fügt ihr auch poetische und zärtliche Momentaufnahmen des Alltags hinzu, findet Bilder der Lebensfreude der Menschen, fängt ihre Wünsche und Träume ein – ohne den lebensfeindlichen Ort dabei zu beschönigen.

Viel mehr geht es ihm um die Stärke dieser unfreiwilligen Solidargemeinschaft, die versucht, in mutiger Selbstbestimmung zu überleben. „Ich hatte das Bedürfnis, der Minderheit ein Gesicht, eine Stimme zu geben. Aber das sollte nicht voyeuristisch, sondern mit Würde geschehen“, so der Fotograf. Bauza begann sein Projekt, als mit den Vorbereitungen für die Olympischen Spiele Milliarden für dieses Weltspektakel ausgegeben wurden. Nach anfänglicher Skepsis gelang es Bauza, das Vertrauen der Bewohner zu gewinnen und er konnte sich in den folgenden acht Monaten frei bewegen, so dass ihm diese intime Sichtweise gelang.

Peter Bauza verließ nach einem Abschluss als Kaufmann im Außenhandel sein Heimatland Deutschland und arbeitete für ein internationales Unternehmen in mehreren Ländern Lateinamerikas. Aus seiner Leidenschaft zur Fotografie wurde bald sehr viel mehr. Bauza begann eine ganz eigene Bildsprache zu entwickeln, die er später am Open College of the Arts in England zu seinem sehr persönlichen Stil verfeinerte. Mit seinem Einsatz für soziale und geopolitische Themen hofft er,  „jenen Menschen ein Gesicht und eine Stimme zu geben, die unsere Hilfe ganz dringend benötigen“. Peter Bauza zählt zu den engagiertesten und einfühlsamsten Fotografen unserer Zeit- seine Arbeiten wurden weltweit ausgestellt, in zahlreichen Medien veröffentlicht und vielfach international ausgezeichnet. Seit über 20 Jahren lebt Peter Bauza in Lateinamerika und auf Reisen in aller Welt.

Die Ausstellung wird um eine Woche verlängert und ist somit bis zum 01. April 2018 in der GAF zu sehen!

Maria Eduarda is sitting in her simple bedroom that she shares with 4 more siblings. She don’t share only their rooms, they have also share the mattresses.

A baby is sleeping on the floor carpet. Most of the furniture is recycled and often to be paid by installments. Even knowing very well that squatting is illegal some of the people from “Jambalaya” (Copacabana Palace) try to make out of their occupied home a livable place.

Young Eduarda is sitting outside a window and observes the street happenings. She lives with her 7 siblings in one of the 6 never finished buildings of a supposed middle class condo project, not far away from Rio de Janeiro (60 kms), but still far enough to be hidden from our view. Erosion, corrosion, missing doors and windows, looting of pipes, cable and all removable parts led to the collapse of the buildings. Nevertheless, this is their home and shelter.

Edilane and 3 of her 7 kids (at the time of the shoot) are resting on a mattress on the floor. She is giving soon birth to a son. Despite all her problems and struggling often how to feed her kids next day, she is still positive about her life. Recently she was able to build up a very small and basic Internet store inside the buildings. Out of approx. 10 old computers she makes one for the store. This represents some 5 USD daily.

Candomblé, also called Macumba represents an afro-brazilean religions, often celebrated and practiced in secret. A group of dwellers are coming for a ceremony together. A participant is dancing to Afro-Brazilean rythm. They often over-consume alcohol to get into a trance.

Past

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Vernissage am 24. Januar 2018 um 19 Uhr Ausstellung vom 25. Januar - 04. Februar 2018

Foto: Martin Pötter

Die Galerie ist vom 25.01.2018 bis zum 04.02.2018 täglich von 12 bis 18 Uhr geöffnet!

Asien, Afrika, Europa und Amerika – auch in diesem Jahr waren die Studenten des Studiengangs »Fotojournalismus und Dokumentarfotografie« der Hochschule Hannover viel unterwegs. Mitgebracht haben sie Bilder, Videos und einen ganz eigenen Blick auf die Welt.

In »Heimat, aber grau (Q1/NR.152)« beschäftigt sich Sebastian Cunitz multimedial mit den Antworten einer anonymen Untersuchung im Netz: Zehn offene Fragen zur kulturellen Identität der Befragten und ihrer Beziehung zu Deutschland. Die von den Antworten inspirierten Arbeiten laden die Betrachter zu einer Auseinandersetzung mit stereotypischen und individuellen Bildern ein.

Tom Gerhardt zeigt in seiner Fotoserie»Die Natur des Menschen« Personen, die sich eine nachhaltige Lebensweise zum Mittelpunkt gemacht haben. Dabei stellt er seine Bilder in den zeitlichen Kontext des Anthropozäns – dem Zeitalter des Menschen.

Chris Harker untersucht in »Scala Naturae« den Anthropozentrismus – jene Weltanschauung, welche den Menschen als vermeintlichen Mittelpunkt der Welt verortet. Die Arbeit richtet ihren Blick auf eine Manifestation dieser Ideologie im 21. Jahrhundert und stellt ihre Geschichte vor.

»The time to go has come and gone« ist der Titel von Pascal Gieses Dokumentarfilm  über das einst durch Kohle reich gewordene McDowell County in den USA. Fast alle  votierten hier für Trump, doch den Alltag bestimmt etwas ganz Anderes.

Fanny Harlan bittet Menschen verschiedener Herkunft in »Facial Feedback« darum, Gesichtsausdrücke zu eine der sieben »Basisemotionen« für 60 Sekunden vor der Kamera zu halten und zu erklären. Die multimediale Installation macht auf den nonverbalen Ausdruck des Menschen und das eigene Empfinden aufmerksam.

Ivanka Penjak stellt ihre Arbeit »DDR und Staatssicherheit« vor: Wie haben Opfer und Täter der Stasi empfunden? Die Arbeit zeigt die Beweggründe der Täter und die Gefühle der Opfer – und wie eng Ideologie mit dem Verständnis von individueller Freiheit zusammenhängt.

Martin Pötter reist für sein Projekt »The Mountains are calling and I must go« in das Yosemite Valley in Kalifornien um die Beziehung zwischen Mensch und Natur zu untersuchen. An diesem ikonischen Ort, wo spektakuläre Wildnis auf touristische Infrastruktur trifft, reicht das Spektrum der BesucherInnen vom Pauschaltouristen bis zum Extremkletterer: Was suchen die Menschen an diesem Ort?

Für seine Arbeit »Die sich in den Bergen niederlegen« besuchte Fritz Schumann in den Bergen von Japan asketische Mönche, die verbunden mit der Natur leben: Die Yamabushi kombinieren Buddhismus, Schamanismus und die Religion der tausend Götter, Shinto, zu einer Tradition, die lange Zeit als verboten galt im modernen Japan. Seine multimediale Arbeit zeigt: Wer mit ihnen in den Wald geht, der stirbt und wird neugeboren.

In »überwiegend sonnig« nähert sich Jakob von Siebenthal visuell dem Stadtalltag. Die Arbeit ist eine filmische und fotografische Auseinandersetzung mit dem Banalen, ohne diese zu romantisieren oder zu ästhetisieren.

Für ».co.ke« trifft Janek Stroisch in Kenia auf selbstbewusste Entrepreneure, die das digitale Potential des Kontinents nutzen: Seit 2009 ermöglicht ein Unterseekabel dem Land in Afrika Teil einer globalen Tech-Community zu sein. Der fotografische Essay zeigt Entwicklungen und Mitspieler in diesem Markt.

Pressebild Jakob von SiebenthalFoto: Jakob von Siebenthal

Pressebild_Fanny HarlanFoto: Fanny Harlan

Pressebild_JanekStroischFoto: Janek Stroisch

Pressebild_Pascal GieseFoto: Pascal Giese

Pressebild_Sebastian CunitzFoto: Sebastian Cunitz

Pressebild_Tom_GerhardtFoto: Tom Gerhardt

Pressebild_IvankaPenjakFoto: Ivanka Penjak