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LEAVING

Aufbrechen, Abhauen und Weggehen Eröffnung am 22. April 2015 um 19:00 Uhr Ausstellung vom 23. April - 28. Juni 2015

Sechs Fotografinnen und Fotografen erzählen Geschichten zum Thema Aufbrechen, Abhauen und Weggehen, von Zuhause, aus einer gewohnten Umgebung, aus einem Land, aus dem Alltag, um die Welt zu bereisen, oder weil es nicht anders geht.

Karat-Himmel über St.Petersburg entstand im Rahmen einer Diplomarbeit von Wolfgang Müller an der FH Dortmund und wurde 2003 mit dem BFF-Förderpreis ausgezeichnet. Über zehn Monate hat er Kinder und Jugendliche zwischen Obdachlosigkeit, Drogenkonsum und Prostitution fotografiert, deren Lebensmittelpunkt die Straße ist.
In einer weiteren Arbeit zeigt Wolfgang Müller Einblicke in das Leben von Wanderarbeitern in China, die auf der Suche nach einem besseren Leben den Weg in die industriellen Ballungszentren gemacht haben. Mingong: Die Suche nach dem Glück begleitet die Protagonisten zwischen Arbeit und Alltag, aber fragt auch nach ihren Erfahrungen, Zielen und Träumen.

Mateusz Sarello verarbeitet in Swell eine Trennung und den untragbaren Zustand des Alleinseins. Er erzählt die Geschichte einer Reise, deren Ziel und auch Zweck sich durch eine unerwartete Wendung verändert und ihn an Orte der Erinnerung zurückführt.

Eine bewegende Dokumentation von Trennung und Wiedersehen zeigt Diana Markosian in ihrer Geschichte Inventing My Father. Als sie sieben Jahre alt war, brachte ihre Mutter sie und ihren Bruder in die USA. Der Vater blieb in Russland zurück. Mit 23 hat sie den Entschluss gefasst, sich gegen den Willen ihrer Mutter auf die Suche nach ihrem Vater zu begeben.

In you can call me a gypsy if you want to begleitet Linda Bournane Engelberth rumänische Roma in Norwegen. Sie leben im ständigen Wandel zwischen kleinen Dörfern in Rumänien und den Straßen europäischer Städte um Geld zu verdienen und ihre Familien zu ernähren.

Paula, Kevin, Nico und Ole fliehen vor Problemen mit ihren Eltern in ein Leben auf der Straße. Fara Phoebe Zetzsche schafft es in ihrer Alltagsgeschichte Stray Kids intime Momente festzuhalten, aber auch über die Suche nach dem vermeintlichen Glück in Berlin zu erzählen.

Alexander Krack begibt sich in seiner Arbeit morgens nüchtern, am Brunnen, zu Bett in die Welt der Kurorte. Quer durch die Republik hat er sich auf Bildersuche gemacht, um die ganz eigene Ästhetik dieser Orte zu erfassen. Er erzählt von der Flucht aus dem Alltag in eine Welt wunderschöner Natur und seltsam anmutender medizinischer Apparate.

 

Foto: Wolfgang Müller (aus Karat)

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Foto: Linda Bournane Engelberth (aus: you can call me a gypsy if you want to)

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Foto: Mateusz Sarello (aus: Swell)

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Foto: Alexander Krack (aus: morgens nüchtern, am Brunnen, zu Bett)

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Foto: Diana Markosian (aus: Inventing my Father)

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Foto: Fara Zetzsche (aus: Stray Kids)

"Nastja", aus: "Karat - Himmel über St. Petersburg"

Foto: Wolfgang Müller (aus: „Karat – Himmel über St. Petersburg“)

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Anja Niedringhaus

Bilder vom Krieg Eröffnung am 11. Februar 2015 um 19:00 Uhr Ausstellung vom 12. Februar - 12. April 2015

Am 4. April 2014 ist die deutsche Fotografin und Pulitzer-Preisträgerin Anja Niedringhaus bei einem Attentat auf sie und ihre Kollegin Kathy Gannon in Afghanistan ums Leben gekommen. Es waren vor allem die Bilder aus den Krisengebieten wie Kosovo, Kroatien, Serbien, Bosnien, Irak, Afghanistan, Kuwait, Libyen und Israel, die sie berühmt gemacht haben. Dabei ging es ihr nie um die reine Kriegsillustration. Vielmehr standen vor allem die Opfer der Kriege im Fokus ihrer Bilder. Die Verletzten, die Geschundenen, die Trauernden, die Hinterbliebenen. Aber auch den Soldaten, in denen sie ebenfalls Opfer der Kriege sah, begegnete sie mit humanistischem Respekt. Selbst in den schwierigsten und gefährlichsten Situationen war Anja Niedringhaus auf der Suche nach dem Menschlichen, getrieben von dem Glauben an den Sinn ihrer Arbeit. Die Bilder, die dabei entstanden, unterscheiden sich von vielen anderen Kriegsbildern. Sie sind ehrlich und gerade. Auf jede Form fotografischer Effekthascherei hat sie in ihrer Fotografie verzichtet, simplifizierende Bilder vermieden.

Die Ausstellung ist mit Unterstützung der Associated Press und Michael Ebert entstanden.

 

 

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IRAQ US TROOPS

IRAQ FALLUJAH

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Bachelor 2015|1

Hochschule Hannover, Studiengang Fotojournalismus und Dokumentarfotografie Eröffnung am 21. Januar 2015 um 19:00 Uhr Ausstellung vom 22. Januar - 04. Februar 2015

Zum ersten Mal zeigt die GAF in diesem Jahr die Abschlussarbeiten des Studienganges Fotojournalismus und Dokumentarfotografie der Hochschule Hannover. Zweimal im Jahr präsentieren die Bachelor-Absolventen zukünftig ihre Abschlüsse in der GAF. Damit möchten wir auch der hannoverschen Öffentlichkeit die Abschlüsse eines Studiengangs zeigen, der auf seinem Gebiet zu den besten der Welt zählt. Während den Ausstellungswochen ist die Galerie ausnahmsweise jeden Tag von 10:00 Uhr bis 19 Uhr geöffnet.

Florian Müllers in Schwarzweiß fotografierte Arbeit »The Candy Crush Project« zeigt Fetischisten: Menschen, die sich als Hunde oder Pferde verkleiden, sich gefesselt an die Decke hängen oder komplett in Verpackungsfolie einwickeln lassen. Es ist, wie der stern schreibt (Nr.47), »ihre Art sich zu entspannen und Erfüllung zu empfinden, vielleicht sogar Glück.« Dabei stammen sie aus allen sozialen Schichten. Um genug Protagonisten für seine Arbeit zu gewinnen, schrieb Müller hunderte von Mails, führte unzählige Telefonate und reiste 7.000 Kilometer durch die Republik.
Gabriel Poblete Youngs Reportage ist der Wasserproblematik in der peruanischen Hauptstadt Lima gewidmet, in der es niemals regnet. Die in einer der trockensten Wüsten der Erde gelegene Metropole muss aus den nahen Anden mit Trinkwasser versorgt werden. Über eine Millionen Menschen leben ohne Anschluss an das Trinkwassernetzt der stetig wachsenden Stadt. Wasser ist ein knappes und daher kostbares Gut. Viele Menschen müssen es kaufen. Wer sich keines leisten kann und es aus verschmutzen Brunnen holt, geht ein gesundheitliches Risiko ein. Alternative Wasserquellen, wie die Segel der Nebelfänger, können nicht genug Wasser liefern.
Die Studentin Verena Müller stellt in ihrer Arbeit Milena vor, ein 16-jähriges Mädchen mit Down-Sydnrom. In Deutschland werden über 90 Prozent der Kinder mit Down-Syndrom abgetrieben. Seit 2012 gibt es einen neuen Test in der Pränataldiagnostik, der eine risikofreie vorgeburtliche Diagnostik des Down-Syndroms ermöglicht. Es ist zu erwarten, dass die Abtreibungsrate noch weiter ansteigt. Mit ihren Fotos gibt die Fotografin dem Betrachter einen Einblick in das Leben eines Menschen mit Down-Syndrom.
Natalie Becker zeigt auf einer Website Multimedia-Portraits von Menschen, die in dem Biosphärenreservat Schwäbische Alb leben und arbeiten.
Lisa Morgenstern hat die schwarzen Immigranten fotografiert, die Tag für Tag und bei jedem Wetter im Görlitzer Park in Berlin herumhängen und auf Kundschaft warten. Sie haben sich dort einen Lebensraum geschaffen, der für sie mehr bedeutet als nur ein guter Platz zum Dealen mit Drogen.
»Zeit und Zufall« ist der Titel von Marius Maasewerds Arbeit, die in sequenziellen Kurzgeschichten des Alltags flüchtige Momente festalten möchte. Mit dem Blick auf den eigenen Raum wird der Versuch zu einer neuen Erzählweise gewagt.
Simon Peters Arbeit »Three – Berlin« ist ein Stadtportrait Berlins, mit Fokus auf die dort lebenden Menschen. Der Kern des Projekts ist die Serie »Contact«. In der Berliner U-Bahn hat er Menschen beim ersten Augenkontakt fotografiert. Die Anonymität unserer Gesellschaft, in der Augenkontakte eher gemieden werden, wird dem Betrachter so vor Augen geführt. Die Fotografien sind eine Auseinandersetzung über die Beziehung der Menschen zueinander. Sie zeigt, wie nah und doch fern man sich letztendlich in den Großstädten Deutschlands ist.
Kiên Hoàng Lê hat ein Fotobuch gemacht, das Einblick in eine heterogene Gruppe aus Künstlern, Musikern, Crossdressern und Transgender gibt, die in der Bar „Suna no shiro“ in Tokio zusammenkommen.
Nick Neufeld fotografiert Mixed Martial Arts – kurz MMA. Das sind Kämpfe, die oftmals blutig sind und in einem achteckigen Käfig ausgetragen werden. Zwei Kampfsportler treten gegeneinander an und versuchen sich mit Tritten, Schlägen, Ellenbogen- und Kniestößen zu besiegen.
Die Arbeit »zzZz« ist von Karoline Tiesler und handelt vom Schlafen. In ihrer Arbeit erforscht sie Absurdes, wendet sich an die Wissenschaft, stellt persönliche Fragen und sammelt Zeugnisse des Schlafes.
Mensch Cyberspace. Für die Arbeit „leaving surface“ bewegt sich Jens Gyarmaty durch die virtuellen Räume von Computerspielen.

 

Das Titelbild ist von Florian Müller.

 

Foto von Gabriel Poblete Young

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Foto von Lisa Morgenstern

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Foto von Nathalie Becker

Foto von Verena Müller

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Foto von Simon Peters

Suna no shiro - Schloss aus Sand

Foto von Kiên Hoàng Lê

Nick Neufeld - MMA

Foto von Nick Neufeld

Marius Maasewerd - Zeit und Zufall

Foto von Marius Maasewerd

Jens Gyarmaty

Foto von Jens Gyarmaty

Karoline Tiesler

Foto von Karoline Tiesler