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Afghanistan Endlos

Daniel Pilar Eröffnung am 07. September 2016 um 19:00 Uhr Ausstellung vom 08. September - 30. Oktober 2016

Daniel Pilar hat den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan fotografiert, das er zwischen den Jahren 2007 und 2014 neunmal bereiste. Dabei lag sein Schwerpunkt neben der Bundeswehr auf der afghanischen Armee und der Bevölkerung.
Ausgelöst durch die Terroranschläge auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 begann die von Washington geführte militärische Intervention in Afghanistan. Die zielte darauf, die seit 1996 herrschende Taliban-Regierung zu stürzen und die Terrororganisation Al-Qaida zu bekämpfen, die für den Terroranschlag verantwortlich gemacht wurde.

Verabschiedung zwischen einem Gefangenen (rechts) und einem Besucher in einer Zelle des Kabuler Zentralgefängnisses am 30.01.2010.

Fotos: Daniel Pilar

Die Bundesregierung beschloss daraufhin das Mandat “Operation Enduring Freedom“ zur Stabilisierung Afghanistans, das bis zum 31. Dezember 2014 immer wieder verlängert wurde. Damit beteiligten sich deutsche Soldaten an der ISAF (International Security Assistance Force).

Blick aus einem Fahrzeug (Wolf) der Bundeswehr in Kundus am 16.09.2013.

Der damalige Verteidigungsminister Peter Struck sagte im Rahmen der Überarbeitung der „Verteidigungspolitischen Richtlinien“, dass die „Sicherheit Deutschlands auch am Hindukusch verteidigt“ werde. Damit führte er eine kontroverse gesellschaftliche Debatte herbei. Afghanistan wurde zum Exerzierfeld der deutschen Außenpolitik und des gewandelten Sicherheitsverständnisses der Bundesregierung. Anfangs ging es um die Stabilisierung der Sicherheit im Lande, die Ausbildung von afghanischen Polizeikräften und der sich im Aufbau befindenden afghanischen Armee; später geriet das Engagement immer mehr zu einem Kriegseinsatz.

Das Bewusstsein, die Sicherheit der Bundesrepublik am Hindukusch verteidigen zu müssen, führte bei einem großen Teil der deutschen Bevölkerung zu Unbehagen; dies Bewusstsein spürten indes auch Bürger in Uniform in Afghanistan selten. Vielmehr waren es wirtschaftliche, karrieristische und kameradschaftliche Gründe, die bei dem zu Höchstzeiten über 5300 Mann starken Kontingent der Soldaten zu hören waren. Auf die Frage nach der persönlichen soldatischen Motivation für den Einsatz waren ein Neuwagen, ein Eigenheim, kurz gesagt die Gefahrenzulage und die steigenden Chancen einer Beförderung die gängigen Antworten. Manche fühlten sich politisch und ideologisch fehl am Platz.

Soldaten der afghanischen National Armee (ANA) des Kandak in Hazrat e-Sultan bei einer Übung, bei der Leuchtspurgeschosse mit einem Mörser geschossen werden, in der Nähe des Feldlagers am 25.05.2012.

Seit Anfang 2015 ist die Bundeswehr mit einem veränderten Mandat weiterhin militärisch beratend tätig. Die Erfolge des Einsatzes sind jedoch anhand der Sicherheitslage und der Präsenz der Taliban kaum spürbar.
Daniel Pilar, 1976 in Langenhagen geboren, studierte Fotojournalismus an der Fachhochschule Hannover und arbeitet gebunden an die Frankfurter Allgemeine Zeitung als freiberuflicher Fotograf und Fotojournalist für verschiedene Verlage und Publikationen sowie Hilfsorganisationen.