Current

Bilder, die Geschichte schreiben

Vernissage am 16. Mai 2018 um 19 Uhr Ausstellung vom 17. Mai - 17. Juni 2018

Fotos: Harald Schmitt

Es gab wohl kaum ein deutsches Magazin, das uns am Zusammenbruch des sozialistischen Systems in Osteuropa Ende der 80er Jahre so intensiv Anteil nehmen ließ, wie der stern. Und kaum ein Fotoreporter war dem Geschehen so kontinuierlich auf der Spur und so nah dran wie Harald Schmitt. »Sobald es in einem Land zu brodeln anfing, reiste ich hin. Immer früh genug«, sagt er heute. Viele seiner Bilder haben Foto- und Zeitgeschichte geschrieben.

Mitte der achtziger Jahre begann der monolithische Block des Sozialistischen Systems, der unter der Vorherrschaft der Sowjetunion stand, zu wanken. Wirtschaftliche Probleme und die Widerständigkeit der Bevölkerung in Ländern wie Polen, der CSSR und der DDR setzten den Herrschenden hart zu. Es kam schließlich zu politischen Eruptionen und zum völligen Zusammenbruch des »real existierenden Sozialimus« in Europa.

Jetzt zeigt die GAF in der Ausstellung »Bilder, die Geschichte schreiben« Szenen vor, während und nach dem Umbruch: aus der DDR, Polen, Litauen, Lettland, der Sowjetunion und der CSSR.

Harald Schmitt, geboren am 2. März 1948 in Hausen/Mayen, arbeitete nach seiner Ausbildung zum Fotografen bei der Trierischen Landeszeitung. Danach als Sportfotograf bei Dieter Frinke in München, eher er 1972 zur Agentur Sven Simon nach Bonn wechselte und begann Politik- und Wirtschaftsthemen zu fotografieren. Im Jahre 1977 ging er zum stern und arbeitete bis 1982 als akkreditierter Korrespondent des Magazins in Ost-Berlin. In dieser Zeit begleitete er Erich Honecker nach Japan und Sambia und fotografierte Reportagen über die sozialistischen Nachbarländer. Im Jahr 1983 wurde das Visum von der DDR-Regierung nicht mehr verlängert. Danach arbeitete Harald Schmitt von der Hamburger stern-Zentrale aus bis 2011 in der ganzen Welt.

Harald Schmitt wurde sechs Mal mit dem prestigeträchtigen World Press Photo Award ausgezeichnet.

 

Bild 107 Einst rührte er an den Schlaf der Welt – Jetzt, im September 1991, lliegt Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin, vom Denkmalssockel gestürzt, am Stadtrand von Litauens Hauptstadt Vilnius.

Einst rührte er an den Schlaf der Welt – Jetzt, im September 1991, lliegt Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin, vom Denkmalssockel gestürzt, am Stadtrand von Litauens Hauptstadt Vilnius.

Bild 1 und 9 Aufschrift vor dem VEB-Steinzeugkombinat in Bitterfeld. Film: 81 1142 Negativ: 3a DDR 79

Aufschrift vor dem VEB-Steinzeugkombinat in Bitterfeld.

Bild 69 Lech Walesa: Der Elektriker gehörte zum Komitee des 1970 blutig niedergeschlagenen Streiks auf der Danziger Werft, er saß im Gefängnis und verlor seinen Arbeitsplatz. Jetzt holen ihn die Arbeiter zurück und machen ihn und zu ihrem Anführer. Film: 80 0846 Negativ: 31 Polen 5

Lech Walesa: Der Elektriker gehörte zum Komitee des 1970 blutig niedergeschlagenen Streiks auf der Danziger Werft, er saß im Gefängnis und verlor seinen Arbeitsplatz. Jetzt holen ihn die Arbeiter zurück und machen ihn und zu ihrem Anführer.

Bild 123 Mit herrischer Gebärde und vorgehaltenem Zeigefinger verhört der russische Präsident Boris Jelzin nach dem Putsch Michail Gorbatschow, den Präsidenten der Sowjetunion, die es aber de facto nicht mehr gibt. Das Foto ist ein Dokument der Entmachtung Gorbatschows.

Mit herrischer Gebärde und vorgehaltenem Zeigefinger verhört der russische Präsident Boris Jelzin nach dem Putsch Michail Gorbatschow, den Präsidenten der Sowjetunion, die es aber de facto nicht mehr gibt. Das Foto ist ein Dokument der Entmachtung Gorbatschows.

Bild 87 Alexander Dubcek (l.), Leitfigur des Prager Frühlings 1968, und Vaclav Havel, Schriftsteller und prominentester Regimegegner, auf dem Podium des Bürgerforums am 24. November. Aus dem Publikum wird ihnen zugerufen, dass der Prager Vorsitzende der Kommunistischen Partei zurückgetreten ist.

Alexander Dubcek (l.), Leitfigur des Prager Frühlings 1968, und Vaclav Havel, Schriftsteller und prominentester Regimegegner, auf dem Podium des Bürgerforums am 24. November. Aus dem Publikum wird ihnen zugerufen, dass der Prager Vorsitzende der Kommunistischen Partei zurückgetreten ist.

Bild 16 Ein Bonbon zum Abschied. Auf dem Bahnhof von Güstrow wird Helmut Schmidt von Erich Honecker nach dreitägigen Gesprächen verabschiedet. Schmidt sagt später, der Staatsratsvorsitzende sei ein freundlicher Gastgeber gewesen, aber ein Gegner geblieben. Film: 81 1228 Negativ: 12 DDR 83

Ein Bonbon zum Abschied. Auf dem Bahnhof von Güstrow wird Helmut Schmidt von Erich Honecker nach dreitägigen Gesprächen verabschiedet. Schmidt sagt später, der Staatsratsvorsitzende sei ein freundlicher Gastgeber gewesen, aber ein Gegner geblieben.